Kampagne
Thailand: Deshalb schmecken Getränke hier jetzt anders
29.05.2026 – 09:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Thailand verbannt den Zucker aus Getränken – aber nicht über ein Verbot. Wie die Einheimischen dabei vorgehen und was sich in Zukunft ändern soll.
Thailand ist nicht mehr so süß. Was Touristen in dem beliebten Urlaubsland zunehmend auffällt, ist Teil einer landesweiten Kampagne. Sie hat zum Ziel, weniger Zucker in Getränken zu verarbeiten. Wie die englischsprachige thailändische Tageszeitung „The Nation“ berichtet, greifen immer mehr Menschen in Thailand bewusst zu weniger süßen Produkten.
Hintergrund ist eine Initiative der Gesundheitsbehörde unter dem Motto „Man muss nicht komplett auf Süßes verzichten – halb so süß reicht schon“. Sie wirbt seit einigen Monaten dafür, die übliche Zuckermenge in Getränken auf 50 Prozent zu reduzieren. Inzwischen beteiligen sich elf Unternehmen mit mehr als 30.000 Filialen an der Aktion.
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Kein Verbot, sondern ein angepasster Standard
Nach Angaben der Behörden verändert sich dadurch auch das Verhalten vieler Kunden. Vor allem bei Getränken, bei denen „normale Süße“ inzwischen nur noch halb so viel Zucker bedeutet wie früher, entscheiden sich viele Menschen häufiger für Varianten mit wenig oder ohne Zucker.
Die Behörden sehen darin einen deutlichen Wandel. Verbraucher würden sich zunehmend an weniger süße Geschmacksrichtungen gewöhnen und gesündere Alternativen akzeptieren. Die Kampagne soll außerdem zeigen, dass sich Ess- und Trinkgewohnheiten auch ohne Verbote verändern lassen. Statt strenger Regeln werde lediglich der Standard angepasst.
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Und das ist dringend notwendig, denn Thailand hat ein massives und wachsendes Problem mit Übergewicht. Rund 10 Millionen Menschen in Thailand (etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung) gelten als adipös. Nach Malaysia weist das Land damit die zweithöchste Adipositasrate innerhalb der südostasiatischen Staaten auf. Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Folge.
Mehrere Unternehmen planen, das Konzept auch auf Snacks und Speisen auszuweiten und diese mit weniger Zucker, Fett und Salz herzustellen. Unterstützt werden soll das unter anderem durch Sonderaktionen, Werbung im Internet und Schulungen für Mitarbeiter.











