Sie kommt aus Köln
In Syrien festgehaltene Journalistin zurück in Deutschland
Aktualisiert am 19.06.2026 – 19:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Die seit Januar in Syrien festgehaltene Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann ist einem Bericht zufolge wieder in Deutschland. Das berichtet der „Spiegel“.
Fünf Monate nach ihrer Festnahme in Syrien ist die aus Köln stammende deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann wieder frei. Ihr Bruder Antonius Michelmann bestätigte der Deutschen Presse-Agentur entsprechende Informationen des Nachrichtenmagazins „Spiegel“. Seine Schwester sei inzwischen wieder in Deutschland.
Am späten Nachmittag sei Michelmann aus Jordanien angekommen. „Wir haben sie abgeholt“, sagte ihr Bruder. Den Umständen entsprechend gehe es ihr gut. Nach seinen Angaben hatte sie sich über einen längeren Zeitraum in Isolationshaft befunden. Weitere Details nannte er zunächst nicht.
Eva Maria Michelmann: Festnahme im Januar in Rakka
Michelmann war nach früheren Angaben des syrischen Informationsministeriums am 18. Januar in der Stadt Rakka während einer Militäroperation festgenommen worden. Ebenfalls inhaftiert wurde damals der türkische Staatsbürger Ahmed Polad, ein aus der Türkei stammender kurdischer Journalist. Von ihm gebe es weiterhin keine Spur, sagte Antonius Michelmann.
Die Kölner Journalistin arbeitet nach Angaben ihrer Familie seit 2022 als freie Journalistin in Syrien.
Syrisches Ministerium schilderte andere Version
Nach Angaben des syrischen Informationsministeriums von Anfang Mai, war Michelmann bei der Durchsuchung eines Gebäudes festgenommen worden. Dort soll sich eine Gruppe aufgehalten haben, die den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) zugeordnet wurde. Nachdem sich in dem Gebäude Kämpfer verschanzt hätten, seien alle Anwesenden festgesetzt worden. Dabei seien auch zwei ausländische Personen aufgefallen, hieß es damals.
Ein Sprecher des Ministeriums hatte damals erklärt, Michelmann habe zunächst angegeben, spanische Staatsbürgerin zu sein und für eine mit den Vereinten Nationen verbundene Organisation zu arbeiten. Eine Anfrage bei den Vereinten Nationen habe jedoch ergeben, dass keine Mitarbeiter in dem Gebiet vermisst würden. Im Zuge der Ermittlungen sei festgestellt worden, dass es sich um eine deutsche Journalistin handele, die keine Dokumente zur Bestätigung ihres Auftrags habe vorlegen können. Zudem hätten Michelmann und ihr Begleiter versucht, aus dem Gewahrsam zu fliehen, hatte der Sprecher erklärt.
Nach Informationen des „Spiegel“ wurde Michelmann von der deutschen Botschaft in Damaskus konsularisch betreut. Gemeinsam mit der Botschaft in Beirut habe sie sich bei der syrischen Regierung für eine Freilassung der Journalistin eingesetzt. Auch die Zentrale des Auswärtigen Amtes in Berlin sei demnach „hochrangig“ in die Gespräche eingebunden gewesen.











