Neuer Apple-Chef

„Alle lieben ihn, weil er einfach toll ist“


Aktualisiert am 21.04.2026 – 11:55 UhrLesedauer: 4 Min.

John Ternus (Archivfoto): Der 50-Jährige wird neuer Vorstandsvorsitzender von Apple. (Quelle: Stephen Lam/reuters)

Dass John Ternus Tim Cook an der Spitze von Apple beerben wird, wurde schon länger erwartet. Wie wird der 50-Jährige den Techkonzern führen?

David Schafbuch berichtet aus New York

Eine große Überraschung war es nicht mehr: Der Name John Ternus war in den vergangenen Monaten wiederholt gefallen, als es um eine mögliche Nachfolge für Apples Vorstandsvorsitzenden Tim Cook ging. Mehrere US-Medien hatten zuletzt berichtet, dass der 50 Jahre alte Leiter der Hardwareabteilung der Favorit für Cooks Nachfolge sei.

Weniger klar dürfte dagegen sein, in welche Richtung Ternus den Konzern führen wird. Die Fußstapfen seiner sehr unterschiedlichen Vorgänger sind jedenfalls groß: Cook hatte Apple wirtschaftlich in ungeahnte Sphären verholfen, während sein Vorgänger Steve Jobs als einer der größten Innovatoren der Techindustrie galt.

Wird Ternus also Apple mehr wie Tim Cook oder eher wie Steve Jobs führen? Während sein Hintergrund als Hardwareexperte eher versprechen könnte, dass sich das Unternehmen wieder stärker auf die Entwicklung neuer Produkte konzentrieren könnte, lässt sein Karriereweg eine Fortsetzung von Cooks Unternehmensstrategie vermuten.

Ternus wird von Cook ein überaus wertvolles Unternehmen übernehmen. Unter seiner Führung stieg der Börsenwert von Apple von rund 350 Milliarden Dollar auf vier Billionen Dollar. Der Jahresumsatz vervierfachte sich im selben Zeitraum auf mehr als 416 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2025.

Apple hatte in den vergangenen Jahren allerdings auch mit Problemen zu kämpfen. Im Bereich der Künstlichen Intelligenz sind andere Techunternehmen wie die ChatGPT-Mutter OpenAI an dem Konzern vorbeigezogen. Anfang 2026 löste Nvidia, das ebenfalls stark vom KI-Boom als Chiphersteller profitiert, Apple als wertvollstes Unternehmen der Welt ab.

Wie Ternus auf diese Entwicklungen reagiert, dürfte die Zukunft von Apple mitentscheiden. Der neue Apple-Chef gilt innerhalb des Konzerns als gut vernetzt, aber außerhalb des Unternehmens eher als unbeschriebenes Blatt. Als er 2023 in einem Interview mit CNBC gefragt wurde, wie er den Rückstand von Apple bei Künstlicher Intelligenz sehe, sagte er lediglich, er sei, was das betrifft, nicht sonderlich beunruhigt.

Ternus hat fast sein halbes Leben und nahezu seine gesamte Karriere bei Apple verbracht. Nach seinem Abschluss in Maschinenbau an der University of Pennsylvania war er ab 1997 zunächst für ein Start-up tätig und entwickelte dort unter anderem Headsets. Vier Jahre später wechselte er dann schon ins Silicon Valley zu Apple.

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