Kachelmann: „Lustige Räubergeschichte aus dem Frühmittelalter“
Besonders entschieden wehrt sich Kachelmann gegen die Vorstellung, Glasscherben könnten bei großer Hitze Waldbrände auslösen. „Glasscherben machen auch kein Feuer“, sagte er. Schon früher hatte er diese Idee als „eine lustige Räubergeschichte aus dem Frühmittelalter“ bezeichnet, mit der die Polizei Ermittlungsaufwand sparen möchte.
Er nannte es „das ewige Kartoffelproblem“: „So viel fühlen, nichts wissen.“ Bei einer anderen Gelegenheit schrieb er: „Wer kennt sie nicht, die Abenteuer-Menschen, die immer zur Sicherheit eine Glasscherbe im Rucksack haben, falls die Streichhölzer nass werden.“
Experiment stützt Jörg Kachelmanns These
Viele Untersuchungen zu der Frage, ob Glasscherben Brände verursachen können, gibt es tatsächlich nicht. Ein Experiment auf einem Versuchsgelände des Deutschen Wetterdienstes aus dem Jahr 2006 stützt aber Kachelmanns Aussage. Die Forscher richteten verschiedene Glasscherben so aus, dass sie die Mittagssonne möglichst stark bündelten. Darunter lagen unter anderem trockene Fichtennadeln. In keinem der insgesamt 120 Versuche entzündete sich das Material.
Teilweise wurden dennoch hohe Temperaturen erreicht. Der Boden einer Ketchupflasche erhitzte den Untergrund auf mehr als 300 Grad, eine mit Wasser gefüllte Vase sogar auf mehr als 500 Grad. Flammen entstanden trotzdem nicht. Erst Lupen erzeugten Temperaturen von 800 bis 1.000 Grad und brachten Fichtennadeln kurzzeitig zum Brennen. Nach Entfernung der Lupen erloschen die Flammen wieder.
Waldbrand in der Eifel – ein Gewitter gab es nicht
Aktuell tobt in der Eifel in starker Waldbrand. Die Feuer breiten sich seit dem Donnerstagabend immer weiter aus und bedrohen die Gemeinde Hürtgenwald in der Nähe von Düren. Evakuierungen sind Notwendig. Alle Entwicklungen zu dem Waldbrand in NRW finden Sie im Newsblog von t-online. Zur Ursache des Brands ist noch nichts bekannt, ein Gewitter gab es hier aber am Donnerstag nicht.
- „Dumm und für viele Menschen tödlich“: Jörg Kachelmann schimpft über Aussage von Wetterexperten
Erst vor wenigen Tagen brannte in der Gegend ein Stoppelfeld zwischen Gürzenich und Derichsweiler. Die alarmierten Einsatzkräfte konnten das Feuer löschen. Vor Ort fand die Polizei einen Schwingstab, der durch das Ankleben mehrerer Grillanzünder augenscheinlich zu einer Fackel umfunktioniert wurde. Man könne davon ausgehen, dass das Feuer absichtlich gelegt worden ist, teilte die Polizei Düren mit.