„Er hat es einfach übertrieben“

Pocher rechnet mit Böhmermann und Öffentlich-Rechtlichen ab


29.09.2026 – 08:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Oliver Pocher in einem Interview (Archivfoto): Der Kölner Comedian hat sich kritisch zu den Öffentlich-Rechtlichen geäußert. (Quelle: Oliver Langel/imago)

Deutliche Worte: In einem Podcast bezieht der Kölner Comedian Oliver Pocher Stellung. Dabei teilt er auch gegen ein anderes TV-Gesicht aus der Domstadt aus.

Der Kölner Comedian Oliver Pocher hat mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk abgerechnet – bei dem er früher, zu Zeiten der gemeinsamen Late-Night-Show mit Harald Schmidt etwa, noch selbst angestellt war.

In einem am Montag veröffentlichten Podcast fordert der Entertainer radikale Einschnitte. Damit heizt er die Diskussion um einen Verkauf des ZDF weiter an, die Kulturstaatsminister Wolfram Weimer entfacht hat.

Im Podcast „Tomorrow – Business. Stars. Lifestyle“ verweist der Kölner Comedian auf den Rundfunkbeitrag, über den rund acht Milliarden Euro für die Öffentlich-Rechtlichen zusammenkommen. Sein Urteil: „ARD und ZDF und die ganzen dritten Sender kannst du schon längst einstampfen. Brauchst du alles nicht mehr.“ Auch eine Fusion von ARD und ZDF hält er für denkbar. Die Sender seien „viel zu viele“.

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Berichterstattung von ARD und ZDF: Pocher äußert sich kritisch

Auch zahlreiche Radioprogramme könnten aus seiner Sicht wegfallen. Viele Menschen zahlten jeden Monat für ein Angebot, das sie kaum noch nutzten. Bei Netflix, das kaum teurer sei, sei das anders. Besonders die politische Ausrichtung vieler Sendungen stört den Comedian. Immer wieder werde mit einem bestimmten „Framing“ gearbeitet, also einem gezielten Deutungsrahmen.

ARD-Moderator Louis Klamroth (Archivfoto): Er moderiert das Talkformat „Hart aber Fair“. (Quelle: IMAGO/imago)

Als Beispiel nennt er ARD-Talkmaster Louis Klamroth. „Eine gewisse Neutralität musst du schon haben“, sagt Pocher. Klamroths Beziehung zur Klimaaktivistin Luisa Neubauer findet Pocher problematisch.

Pocher sieht in der Entwicklung der vergangenen Jahre zudem einen Grund für den politischen Erfolg der AfD, die er als „Populisten“ bezeichnete, die „nur einfache Lösungen“ bieten könnten. Viele Bürger fühlten sich bevormundet und dürften nur noch Meinungen äußern, die gesellschaftlich akzeptiert seien. „Die Leute sind so satt, dass sie nur das sagen dürfen, was en vogue ist“, sagt er. Wer ständig belehrt werde, reagiere mit Trotz. „Das führt ja auch zur Situation, dass wir momentan genau diesen Rechtsruck haben.“

Pocher findet Aus von Böhmermann-Show „überfällig“

Noch härter urteilt Pocher über Satiriker Jan Böhmermann, ebenfalls ein Kölner. Das Ende von dessen ZDF-Show ist für Pocher „überfällig“. Zuletzt sei es Böhmermann nur noch darum gegangen, „seine eigene Agenda durchzusetzen“ und dabei mit der „Nazi-Keule“ zu arbeiten. „Er hat es einfach übertrieben. Er hat zwar noch seine Reichweite. Aber diese linke Bubble wird jetzt langsam auch nach und nach zerbröselt.“

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