Welche Personen und Situationen stehen im Mittelpunkt Ihrer Forschung?
Meine Forschung stützt sich auf Erkenntnisse aus der Verhaltenswissenschaft, dem Straßendesign und der Technologieentwicklung. Mich treibt die Frage an, wie wir Infrastruktur und Technik so gestalten können, dass Radfahren für möglichst viele Menschen sicher ist – und sich auch attraktiv anfühlt. Ein weiterer Aspekt ist die soziale Dimension. Radfahren ist oft eine Gruppenaktivität: Paare, die sich unterhalten möchten, Eltern, die mit ihren Kindern unterwegs sind. Das erfordert einen ganz anderen Ansatz bei der Gestaltung des öffentlichen Raums.
Welche internationalen Städte sind gute Vorbilder?
Paris ist unglaublich inspirierend. Die Stadt zeigt, was politische Entschlossenheit – wenn sie von der Öffentlichkeit unterstützt wird – bewirken kann und wie schnell städtischer Raum zugunsten von Menschen und Fahrrädern umgewidmet werden kann. Faszinierend sind auch kreative Ideen wie Fahrradlifte für steile Hügel in Norwegen. Und ich erwähne immer gerne meine Heimatstadt Calgary, weil sie zeigt, dass es selbst unter den schwierigsten Bedingungen – kaltem Wetter, Hügeln und langen Strecken – möglich ist, Radfahren als normalen Teil des Alltags zu etablieren.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Radsports?
Ich träume nicht von einer völlig autofreien Stadt – ich fahre ab und zu selbst! Aber auf die Mischung kommt es an. Verschiedene Verkehrsmittel sollten dort genutzt werden, wo sie am besten funktionieren: kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad, längere Strecken mit hervorragenden öffentlichen Verkehrsmitteln. So können wir lebenswertere Städte mit mehr Raum für Menschen schaffen – und mehr autofreie Gebiete, die Raum für Grün, Spiel, Freizeit und soziale Interaktion bieten. Was mich stört, ist diese ständige „Autofahrer versus Radfahrer“-Debatte. Letztendlich sind wir alle nur Menschen, die versuchen, von A nach B zu kommen. Lassen Sie uns gemeinsam Lösungen finden, die jedem einen sicheren Platz auf der Straße bieten.











