Schnäppchen werden zur Falle
Urlaubsplanung: Jeder Zweite wurde schon Opfer von Betrug
20.05.2026 – 08:45 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Sommerurlaub lockt viele Menschen mit günstigen Angeboten im Internet. Doch genau diese Schnäppchen bringen Verbraucher laut einer aktuellen Studie immer häufiger in Gefahr.
Steigende Reisekosten setzen viele Urlauber unter Druck. Wer schnell buchen will, übersieht oft Warnsignale oder vertraut dubiosen Nachrichten. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Sicherheitsunternehmens McAfee. Besonders gefährlich: Betrüger nutzen inzwischen Künstliche Intelligenz (KI), um täuschend echte Reiseangebote, Webseiten und Nachrichten zu erstellen.
Viele Deutsche suchen derzeit nach günstigen Sommerreisen. Frühbucher hoffen auf niedrige Preise für Flüge, Hotels oder Ferienwohnungen. Laut McAfee führt genau dieser Wunsch nach Schnäppchen jedoch dazu, dass Verbraucher größere Risiken eingehen. Betrüger nutzen die Situation gezielt aus.
Die Studie zeigt: 91 Prozent der Reisenden fühlen sich unter Druck gesetzt, schnell zu buchen. Jeder Dritte gibt sogar zu, Warnsignale bewusst ignoriert zu haben, um ein vermeintlich günstiges Angebot nicht zu verpassen. Besonders häufig vertrauen Verbraucher Nachrichten, die angeblich von Fluggesellschaften oder Hotels stammen, ohne deren Echtheit zu prüfen.
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Jeder zweite Deutsche wurde bereits Opfer eines Reisebetrugs
Besonders alarmierend: 48 Prozent der Deutschen sind laut der Studie bereits auf Reisebetrug hereingefallen. 36 Prozent der Betroffenen verloren dabei Geld. Fast die Hälfte dieser Opfer büßte mehr als 500 Euro ein.
Zu den häufigsten Betrugsmaschen zählen gefälschte Buchungsbestätigungen, manipulierte Ferienwohnungsanzeigen oder angebliche Sonderangebote für Reisen. Auch gefälschte Webseiten von Hotels und Fluggesellschaften verbreiten sich zunehmend. Manche Betrüger geben sich sogar als Mitarbeiter eines Kundendienstes aus.
Hinzu kommen neue Methoden mit Künstlicher Intelligenz. Laut der Studie glauben 56 Prozent der Deutschen, dass KI-generierte Inhalte Reisebetrug deutlich schwieriger erkennbar machen. Betrüger erstellen damit täuschend echte E-Mails, Webseiten oder Nachrichten. Selbst bekannte Reiseanbieter lassen sich inzwischen überzeugend imitieren.
Gefährlich werden zudem manipulierte QR-Codes. Kriminelle überkleben echte QR-Codes etwa in Hotels, Restaurants oder an Flughäfen mit gefälschten Varianten. Wer diese scannt, landet auf betrügerischen Webseiten oder gibt unbemerkt persönliche Daten preis.
Männer und Jüngere besonders gefährdet
Vor allem Männer und jüngere Verbraucher gehen laut der Studie höhere Risiken ein. 40 Prozent der Männer würden ein günstiges Reiseangebot buchen, ohne die Seriosität zu überprüfen. Bei den Frauen liegt der Anteil niedriger. Auch Menschen unter 45 Jahren handeln deutlich risikofreudiger als ältere Verbraucher.
Ein weiteres Problem: Viele Reisende bleiben unterwegs ständig online. 87 Prozent nutzen auf Reisen öffentliche WLAN-Netze, etwa in Hotels, Cafés oder Flughäfen. Gleichzeitig melden sich manche Nutzer darüber sogar bei Banking-Apps oder Finanzdiensten an. Sicherheitsexperten warnen seit Jahren davor, weil Kriminelle solche Netzwerke leichter angreifen können.
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