Darum geht es im Lied „Keine Angst“
ZDF will Auftritt nicht senden – das ist der Hintergrund
Aktualisiert am 17.07.2026 – 10:33 UhrLesedauer: 3 Min.
Kurz vor der Aufzeichnung von „Die Anstalt“ werden Danger Dan und Igor Levit vom ZDF ausgeladen. Grund dafür sei laut Sender ein problematischer Songtext. Darum geht es im Lied „Keine Angst“.
In der 100. Ausgabe der politischen Kabarettsendung „Die Anstalt“ sollten kommende Woche Rapper Danger Dan – auch bekannt als Mitglied der Band Antilopen Gang – und Starpianist Igor Levit auftreten. Geplant war, dass sie dort ihren neuen, sieben Minuten langen antifaschistischen Song „Keine Angst“ spielen – in einer Folge zum Thema politische Radikalisierung und Wehrhaftigkeit der Demokratie. Anschließend sollte über das Lied diskutiert werden.
Aufgezeichnet werden sollte bereits am Donnerstag. Doch es kam anders: Auf Instagram erklärten die beiden Künstler nun: „Ganz kurz vor der Aufzeichnung hat allerdings die ZDF-Intendanz ihr Veto gegen unseren Auftritt eingelegt.“ Der Sender selbst ließ auf Nachfrage von t-online unter anderem verlauten: „Der Text des Liedes kann allerdings als Aufruf zu Gewalt verstanden werden.“ Ein solcher Aufruf stünde im klaren Widerspruch zu den Programmrichtlinien. Aber worum geht es in „Keine Angst“ überhaupt?
- Wirbel um antifaschistisches Lied: Zensurvorwürfe – ZDF reagiert
Zusammengefasst kann man das Lied als detaillierte Anleitung zum Widerstand gegen Nazis und Faschisten verstehen. Danger Dan beschreibt, wie man sich zusammenschließen kann, ohne ins Visier von Rechtsextremisten oder Sicherheitsbehörden zu geraten. Es brauche geheime Kommunikation, es gelte rechte Strukturen zu recherchieren, deren Aktionen zu dokumentieren, Nazis öffentlich bekannt zu machen.
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In der zweiten Strophe singt Danger Dan:
„Redet mit Bars und Kneipen, fragt ob die für ’nen Abend
Räumlichkeiten für ’ne Party gegen Nazis haben.
Ladet eure Freunde ein, ein kleines Festival DIY,
Eintritt frei, sammelt auf Spendenbasis Geld.
Mit dem Geld, das ihr verdient, kauft ihr Dosen, um zu sprühen,
kauft ihr Aufkleber und Marker, sorgt dafür, dass jeder sieht:
Ihr habt keinen Bock auf Faschos und das hier ist eure Stadt.
Lasst euch nicht erwischen, schaut nach Überwachungskameras.
Nie ohne Handschuhe, nie ’nen Fingerabdruck hinterlassen.
Und erst recht nie filmen und niemals ein Foto davon machen.“
In Strophe drei heißt es:
„Eine Handvoll Leute reichen meistens aus,
eigene lokale Antifa-Strukturen aufzubauen.
Als Nächstes müsst ihr die rechten Strukturen recherchieren,
heimlich ihre Treffen und Demonstrationen fotografieren.
Findet raus, wer Sie sind, was Sie tun, wo Sie leben, wo Sie arbeiten
und findet raus, mit wem Sie sich umgeben.“










