Neue Studie zu Tierleid

Invasive Ameisen quälen heimische Tiere bis zum Tod

05.05.2026 – 14:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Rote Feuerameisen (Archivbild): Sie fügen durch ihre Stiche heimischen Tieren viel Leid zu. (Quelle: watson)

Berliner Forscher haben erstmals ein Schema entwickelt, das Tierleid durch invasive Arten messbar macht. Eine Tiergruppe richtet dabei besonders viel Schaden an.

Eingeschleppte Ameisen fügen heimischen Tieren schweres Leid zu – viele sterben langsam und qualvoll. Das zeigt eine neue Studie, die Biologen der Freien Universität Berlin, des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei sowie der University of Bristol in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht haben.

Für die Untersuchung entwickelten die Forschenden den Angaben zufolge das erste Bewertungsschema seiner Art: „Animal Welfare Impact Classification for Invasion Science“, kurz AWICIS. Es stufe Tierleid durch sogenannte biologische Invasionen in fünf Schweregrade ein. Als biologische Invasionen würden Prozesse gelten, bei denen Tier-, Pilz- oder Pflanzenarten durch globalen Handel, Reisen oder den Klimawandel in Regionen gelangen, in denen sie bisher nicht heimisch waren. Dort breiten sie sich laut den Forschern oft schnell aus, weil natürliche Fressfeinde fehlen.

Bewertet werde die körperliche und mentale Verfassung betroffener Tiere – anhand von Gewicht, Stoffwechsel, Nervenreaktionen und Verhaltensveränderungen. Erste Auswertungen auf Basis veröffentlichter Datensätze zeigen: Invasive Ameisenarten richten den größten Schaden an.

Unter der Argentinischen Ameise und der Roten Feuerameise würden heimische Vögel, Reptilien wie Jungschildkröten und Eidechsen sowie Krustentiere wie Landkrabben leiden. Aggressive und giftige Stiche verursachen laut der Studie Verletzungen, betroffene Tiere schlafen weniger und putzen sich zwanghaft. Invasive Vogelarten würden zudem heimische Tiere fressen oder sie beim Fressen verdrängen – vorwiegend Wat- und Seevögel sowie Inselarten sind betroffen. Ihr Schaden bleibe aber deutlich geringer als der durch Ameisen.

Studienautor Thomas Evans von der Freien Universität Berlin fordert, die Folgen biologischer Invasionen künftig systematisch in Feldstudien zu erfassen – besonders in bislang wenig untersuchten Regionen. Zudem sollten Maßnahmen entwickelt werden, um das Einschleppen schädlicher Ameisenarten zu verhindern.

Einen blinden Fleck benennen die Forschenden selbst: Veröffentlichte Studien beschreiben überwiegend besonders schwere Fälle. Weniger dramatische Folgen für Tiere sind deshalb wahrscheinlich unter erfasst.

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