150 Mitarbeiter betroffen
Bäckerei mit zwölf Filialen beantragt Insolvenz
Aktualisiert am 23.04.2026 – 10:54 UhrLesedauer: 1 Min.
Eine Bäckerei in Baden-Württemberg ist insolvent. Doch die zwölf Filialen sollen zunächst geöffnet bleiben.
Die Bäckerei Keim & Brecht aus Mittelbiberach in Baden-Württemberg hat beim Amtsgericht Ravensburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Gericht reagierte am 17. April 2026 mit ersten Sicherungsmaßnahmen – und bestellte den Wirtschaftsjuristen Tobias Sorg von der Firma dmp solutions zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
Das Unternehmen mit zwölf Filialen und rund 150 Beschäftigten gehört seit Jahrzehnten zur Backtradition der Region. In Biberach allein betreibt Keim & Brecht acht Standorte, weitere Filialen gibt es in Mittelbiberach, Bad Buchau, Bad Waldsee und Bad Saulgau.
Als Ursachen nennt das Unternehmen in einer Mitteilung laut der Onlineplattform schwaebische.de stark gestiegene Personal- und Betriebskosten sowie eine spürbare Konsumzurückhaltung, die zu rückläufigen Umsätzen und einer angespannten Liquiditätslage geführt hätten.
Verwalter Sorg und sein Team sind nach eigenen Angaben auf die Sanierung mittelständischer Unternehmen spezialisiert – insbesondere im Lebensmittelbereich. Derzeit betreut ihre Firma unter anderem die Sanierung der Rackl-Gruppe, einer Großbäckerei mit rund 500 Mitarbeitern.
„Unser vorrangiges Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und eine tragfähige Lösung für das Unternehmen zu entwickeln“, erklärte Sorg in der Unternehmensmitteilung. „Die ersten Gespräche mit den Verantwortlichen und der Belegschaft haben bereits stattgefunden.“
Alle Filialen sind weiterhin geöffnet, Lieferkunden werden beliefert. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld abgesichert. In den kommenden Wochen sollen Sanierungs- oder Investorenlösungen geprüft werden – mit dem Ziel, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.









