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Home » In diesen Regionen wären Wind und Solar gefährdet
Wirtschaft

In diesen Regionen wären Wind und Solar gefährdet

MitarbeiterBy MitarbeiterMai 2, 2026
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In diesen Regionen wären Wind und Solar gefährdet

Neue Kurzstudie

Reiche-Plan für Wind und Solar könnte teuer werden


02.05.2026 – 13:24 UhrLesedauer: 4 Min.

imago images 0855289832Vergrößern des Bildes

Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, besucht das LNG Terminal Wilhelmshaven 1 der DET (Deutsche Energie Terminal). (Quelle: Thomas Trutschel/imago)

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Wirtschaftsministerin Katherina Reiche möchte den Ausbau der erneuerbaren Energien neu aufstellen. Der von ihr vorgelegte Plan hätte weitreichende Folgen.

Das sogenannte Netzanschlusspaket aus dem Bundeswirtschaftsministerium würde laut einer neuen Kurzstudie des Beratungsunternehmens Consentec die Energiewende massiv ausbremsen, vor allem in Regionen mit attraktiven Bedingungen für Wind- und Solaranlagen. In einigen Gebieten würde in mehr als zwei Drittel der Kommunen der Bau neuer Anlagen zum Erliegen kommen, so die Autoren.

Das Gutachten, das von der Denkfabrik Agora Energiewende in Auftrag gegeben wurde, zeigt dies anhand von drei beispielhaften Netzgebieten. Dabei gingen die Autoren vom Stromertrag des Jahres 2025 aus.

Reiche-Plan soll Stromsystem günstiger machen

Der Entwurf des Wirtschaftsministeriums sieht vor, bestimmte Stromnetzgebiete in Deutschland als „kapazitätslimitierte Gebiete“ auszuweisen. Das würde auf jene Gebiete zutreffen, die jedes Jahr mindestens drei Prozent der installierten Strommenge abregeln müssen. Das ist nötig, wenn eine Anlage gerade mehr Strom produziert, als das Netz aufnehmen kann. Der Netzbetreiber schaltet die Anlagen dann aus, muss dafür aber den Anlagenbetreiber entschädigen.

Würde ein Investor künftig einen neuen Wind- oder Solarpark in einem „kapazitätslimitierten Gebiet“ errichten wollen, müsste er nach dem Reiche-Plan auf diese Entschädigung verzichten. Die Ausweisung als kapazitätslimitiert würde bis zu zehn Jahre lang anhalten, in diesem Zeitraum wäre der Bau neuer Anlagen also finanziell deutlich risikoreicher als bisher.

Reiche begründet diesen als „Redispatch-Vorbehalt“ bezeichneten Plan damit, dass die Netzbetreiber Zeit bräuchten, um ihre Netze zu ertüchtigen. Durch die Entschädigungszahlungen würde der Steuerzahler regelmäßig für Strom bezahlen, den die Netze aber nicht aufnehmen könnten – das sei teuer und ineffizient. Die Ministerin erhofft sich dadurch also sinkende Kosten für Strom.

An diesem Effekt zweifelt allerdings die Consentec-Studie. Zwar würde man an einer Stelle Geld sparen, weil die Entschädigungszahlungen ausfielen; dafür stiegen aber die Kosten an anderer Stelle. Die Finanzierungskosten für die deutlich risikoreicheren Projekte würden steigen – was ebenfalls von der Allgemeinheit bezahlt werden müsste. „Hinzu kommt, dass Projekte an weniger ertragreichen Standorten entstünden, weil der Netzanschluss dort einfacher zu erlangen ist. Das erhöht wiederum die Zuschussbedarfe aus dem Bundeshaushalt.“

Viel wahrscheinlicher wäre es allerdings, dass es in bestimmten Regionen zu einem Baustopp vieler Projekte käme, weil das Risiko für Investoren und Banken zu groß wäre.

77 Prozent der Gemeinden in Schleswig-Holstein wären betroffen

Die Autoren der Studie kritisieren außerdem die enge Definition von „kapazitätslimitiert“. Wenn diese Definition schon ab einer Abregelungsmenge von drei Prozent greifen würde, wären „weite Teile des Netzes betroffen“. Untersucht wurde dies an drei beispielhaften Netzen: Schleswig-Holstein Netz, Bayernwerk Netz und Wemag. Alle drei haben gemeinsam, dass sie besonders attraktive Standortbedingungen für erneuerbare Energien bieten – im Norden für Windkraft, im Süden für Solar.

Im Schleswig-Holstein Netz wären demnach 77 Prozent der Gemeinden von einem De-facto-Baustopp betroffen, im Bayernwerk Netz würde es 62 Prozent der Gemeinden treffen. Bei Wemag sind es hingegen nur ein Prozent aller Gemeinden. Die Autoren beziehen sich auf das Jahr 2025, das insgesamt ein sehr windschwaches Jahr war; in einem durchschnittlichen Jahr könnten deshalb im Norden deutlich mehr Gemeinden betroffen sein.

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