Nach zehn Monaten Sperrung
Nach Hamburg in zwei Stunden: ICE fährt ab heute wieder direkt
Aktualisiert am 14.06.2026 – 08:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Zehn Monate Umweg, 45 Minuten längere Fahrzeit im Fernverkehr – das ist jetzt vorbei. Der direkte ICE zwischen Berlin und Hamburg fährt ab heute wieder.
Die wichtigste Fernverkehrsverbindung zwischen zwei deutschen Städten ist zurück: Am Sonntagmorgen hat die Deutsche Bahn die rund 280 Kilometer lange Strecke zwischen Berlin und Hamburg nach zehneinhalb Monaten Generalsanierung wieder vollständig in Betrieb genommen. Fernzüge verkehren dann erneut im gewohnten Halbstundentakt – ohne Umleitung über Stendal, ohne zusätzliche Fahrzeit von 45 Minuten und ohne Schienenersatzverkehr.
Vor Beginn der Bauarbeiten nutzten täglich rund 30.000 Fahrgäste die Strecke im Fernverkehr. Darunter waren viele Berlinerinnen und Berliner, die regelmäßig zwischen den beiden Metropolen pendeln.
Halbstundentakt und leicht längere Fahrzeit
Bis Ende des Monats fahren ICE-Züge abschnittsweise noch langsamer, weil Technik getestet wird. Die planmäßige Fahrzeit verlängert sich nach vollständigem Abschluss der Sanierung um zwei Minuten auf 107 Minuten.
- Mit Schnäppchen-Tickets: Wichtige Strecke wieder in Betrieb
Eine Bahnsprecherin verwies auf den dichteren Verkehr als Grund: „Das ist wie auf der Straße. Wenn viele Autos unterwegs sind, wird langsamer gefahren.“ Die Änderung gilt vorerst nur für den diesjährigen Fahrplan. Die Bahn erwartet, dass jede Sanierung das Gesamtnetz stabiler macht: „Das wirkt sich auf die Pünktlichkeit insgesamt aus.“
Frost als Ursache der Verzögerung
Geplant war, die Sanierung bis zum 30. April 2026 zu beenden – rund eineinhalb Monate früher als nun tatsächlich. Frost zu Jahresbeginn machte den Zeitplan zunichte: Kabelschächte konnten nicht ausgehoben, Arbeiten an Oberleitungen nur eingeschränkt durchgeführt werden. Begonnen hatte das Vorhaben am 1. August 2025. Mitte Mai gab die Bahn bereits einen ersten Abschnitt frei; seitdem verkehren Züge wieder zwischen Hamburg und Schwerin.
Saniert wurden Gleise, Weichen und Signale sowie 28 Bahnhöfe – inklusive Toiletten, Wetterschutzhäuser und Fahrradständer. Mehrere Bahnsteige wurden verlängert, um längeren Zügen das Halten zu ermöglichen. Den Streckenzustand bewertete die Bahn vor Beginn der Arbeiten mit der Note 3,7, prognostizierte danach eine 2,3.
Kosten noch unbekannt, ETCS auf später verschoben
Was die Generalsanierung kostet, ist noch offen. Angedacht waren 2,2 Milliarden Euro, doch eine aktualisierte Zahl nannte der staatseigene Konzern nicht – die abschließende Ermittlung erfolge erst nach Abschluss aller Arbeiten.
Kritik gab es zudem an einer ausgebliebenen technischen Erneuerung: Das europäische Zugsteuerungssystem ETCS, das Züge dichter hintereinanderfahren lassen würde und das nach EU-Vorstellung Standard werden soll, wird trotz ursprünglicher Planung vorerst nicht eingesetzt. „Eine Ausrüstung mit ETCS wird in den frühen 2030er-Jahren erfolgen“, teilte die Bahn mit. Vorbereitungen dafür seien getroffen worden.










