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Panorama

Horrorhaus von Soest“: Staatsanwaltschaft spricht von „Rumlügerei

MitarbeiterBy MitarbeiterNovember 5, 2026
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„Rumlügerei“

Staatsanwältin wirft Angeklagtem Lügen vor

Aktualisiert am 03.11.2026Lesedauer: 3 Min.

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Der Prozess im Fall „Soester Horrorhaus“ wird fortgesetzt (Archivbild): Zwei Angeklagte haben gestanden. (Quelle: Oliver Berg/dpa-bilder)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Eine Frau wird über Monate hinweg gequält. Vier Männer und zwei Teenager stehen in Arnsberg vor Gericht – zwei gestehen, aber einem wird dennoch Lüge vorgeworfen.

Im Prozess um das sogenannte „Horrorhaus von Soest“ in Nordrhein-Westfalen hat der zweite Verhandlungstag überraschende Wendungen gebracht. Vor dem Landgericht Arnsberg wurden zudem weitere Details über die mutmaßlichen Misshandlungen einer Frau bekannt.

Angeklagt sind zwei Männer im Alter von 29 und 25 Jahren sowie zwei Jugendliche (16 und 17). Ihnen werden unter anderem Körperverletzung, Vergewaltigung, Nötigung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Sie sollen 2025 eine Frau in einem Wohnhaus in Soest erniedrigt und misshandelt haben. Dabei sollen sie in unterschiedlichem Ausmaß beteiligt gewesen sein.

Laut Anklage war die wohnungslose Frau wiederholt in das Reihenhaus des 29-Jährigen gelockt worden. Sie soll nach den Misshandlungen längere Zeit auf einer Intensivstation behandelt worden sein. In dem Prozess tritt sie als Nebenklägerin auf. Bei der nächsten Verhandlung am 9. November soll sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit per Video aussagen.

Horrorhaus-Prozess: Staatsanwaltschaft spricht von „Rumlügerei“

Der 29-jährige Hauptangeklagte räumte über seinen Verteidiger ein, an zahlreichen Taten beteiligt gewesen zu sein. Später schob der frühere Krankenpfleger die Verantwortung mehrfach auf seine frühere Lebensgefährtin. Sie habe ihn im November angewiesen, das Opfer halbnackt mit Handschellen an einem Terrassenbalken aufzuhängen. Er habe stets getan, was sie ihm gesagt habe. Gegen die Frau wird gesondert ermittelt.

Anfang November hatte ein Nachbar die Frau auf der Terrasse entdeckt und die Polizei alarmiert. Die Beamten retteten sie laut Anklage aus einer lebensbedrohlichen Lage. In anderen Fällen verwies der 29-Jährige auf andere Beteiligte oder gab an, er habe Angst gehabt. Er habe „halt mitgemacht“ und vielfach Videos gedreht.

Oberstaatsanwältin Imke Reelsen hielt dem 29-Jährigen angesichts auch widersprüchlicher Angaben „Rumlügerei“ vor. „Man sieht, dass Sie sich über die Misshandlungen gefreut haben.“ Ein Speichermedium mit umfangreichem Videomaterial war kürzlich aufgetaucht. Auch behauptete der Hauptangeklagte, eine Klobrille, die das Opfer in den Mund nehmen musste, „nagelneu“ gewesen zu sein. Laut Reelsen ist hingegen belegt, „dass Kot gegessen werden musste“. Sie warf dem 29-Jährigen vor, nur zuzugeben, was ihm ohnehin nachgewiesen werden könne. Von Reue sei überhaupt nichts zu bemerken.

Der Prozess im Fall "Soester Horrorhaus" wird fortgesetzt (Archivbild): Zwei Männer und zwei Jugendliche sind angeklagt. (Archivbild)Vergrößern des Bildes
Der Prozess im Fall „Soester Horrorhaus“ wird fortgesetzt (Archivbild): Zwei Männer und zwei Jugendliche sind angeklagt. (Archivbild) (Quelle: Oliver Berg/dpa-bilder)

Auch der Vorsitzende Richter Marc Gährken hinterfragte die Angaben des Mannes. „Wissen Sie, was gerade auffällt: Alle haben Angst und alle haben nur mitgemacht.“ Bei der Polizei und gegenüber einem Gutachter habe der 29-Jährige zudem andere Angaben gemacht. Zuvor hatte der Richter über ein nicht öffentliches Rechtsgespräch mit allen Prozessbeteiligten informiert. Demnach könne dem 29-Jährigen trotz seines Teilgeständnisses kein Strafrahmen in Aussicht gestellt werden. Auch eine mögliche Sicherungsverwahrung bleibe offen.

Wegen des neu aufgetauchten Videomaterials erwägt die Staatsanwaltschaft eine weitere Anklage gegen den Mann. In diesem Fall könnte sein Verfahren abgetrennt werden.

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