Gipfeltreffen am Mittwoch in Berlin
Sudan: UN warnen vor Drohnenkrieg und Flüchtlingswelle in Europa
14.04.2026 – 16:30 UhrLesedauer: 2 Min.
In Berlin berät die Welt am Mittwoch über weitere Hilfen für das Bürgerkriegsland Sudan. Die UN warnen vor dramatischen Folgen, sollte das Treffen scheitern.
Im Bürgerkriegsland Sudan sind UN-Angaben zufolge seit Jahresbeginn bereits fast 700 Zivilisten durch Drohnen getötet worden. „In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden Berichten zufolge fast 700 Zivilisten bei Drohnenangriffen getötet“, erklärte UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher am Dienstag. Der seit drei Jahren andauernde Krieg habe „die größte humanitäre Krise der Welt“ ausgelöst, fügte er hinzu.
Am Mittwoch jährt sich der Beginn des Kriegs am 15. April 2023 zum dritten Mal. In Berlin findet anlässlich des Jahrestags eine internationale Sudan-Konferenz statt.
In den vergangenen Monaten fanden im Sudan fast täglich Drohnenangriffe statt – insbesondere in der Region Südkordofan, dem Hauptschauplatz des Bürgerkriegs, sowie in den von der RSF-Miliz kontrollierten westlichen Regionen, darunter Darfur. Millionen Menschen seien aus ihren Häusern und ihrem Land vertrieben worden, ganze Gemeinden seien entvölkert und Familien immer wieder aufs Neue entwurzelt worden, betonte Fletcher. „Das Risiko einer zunehmenden regionalen Instabilität ist hoch“, warnte er.
Drei Jahre Krieg hätten dem Land erheblichen Schaden zugefügt. Fast 34 Millionen Menschen und damit fast zwei Drittel der Bevölkerung benötigten humanitäre Hilfe. Hunderttausende Kinder seien unterernährt, Frauen und Mädchen seien systematischer und brutaler sexualisierter Gewalt ausgesetzt, erklärte Fletcher weiter. Im vergangenen Jahr habe humanitäre Hilfe 17 Millionen Menschen im Sudan erreicht – dieses Jahr werde versucht, 20 Millionen Menschen zu erreichen.
Laut UN-Angaben leben sieben von zehn Menschen im Sudan in Armut. Mit etwa 11,6 Millionen Flüchtlingen und Binnenvertriebenen ist der Bürgerkrieg im Sudan laut UN derzeit die aktuell größte humanitäre Krise. Rund 4,5 Millionen Menschen haben das Land verlassen. Allein in Libyen warten demnach rund 500.000 Menschen auf eine Überfahrt nach Europa. Wer nicht wolle, dass die Menschen in die eigenen Länder kommen, investiere besser in die Aufnahmeländer und die dortigen Unterkünfte für Geflüchtete, warnte der UN-Experte Mamadou Dian Balde ein entschiedenes Handeln an.
Balde warnte auch vor den Konsequenzen, sollte das Treffen in Berlin ergebnislos verlaufen. „Menschen kommen in Griechenland an, in Italien, in Spanien.“ Balde: „Tatsache ist, wenn es keine Investitionen in den (Nachbar-)Ländern gibt, die Flüchtlinge aufgenommen haben und bereits teilen, was sie haben, werden die Leute weiterziehen.“
