Massentourismus
Hier gibt es deutlich mehr Touristen als Einheimische
28.08.2026 – 07:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Millionen Menschen zieht es jedes Jahr an Europas Strände, in die Berge und in bekannte Städte. Neue Zahlen zeigen, in welchen Regionen besonders viele Urlauber auf vergleichsweise wenige Einwohner treffen.
Berichte über die ökologischen und sozialen Folgen des Massentourismus sowie Proteste gegen ihn häufen sich. Der Andrang auf viele beliebte Urlaubsregionen nimmt dennoch nicht ab. Wie stark einzelne Regionen vom Tourismus geprägt sind, zeigen Daten von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union. Als Maßstab dient unter anderem die Zahl der Übernachtungen im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2024.
Hier treffen besonders viele Touristen auf wenige Einheimische
Besonders auffällig ist das Verhältnis zwischen Übernachtungen und Einwohnern in der südlichen Ägäis. Dort kamen im Durchschnitt 127 touristische Übernachtungen auf einen Einwohner. Die beliebte Ferienregion mit Inseln wie Santorini, Mykonos und Rhodos steht exemplarisch für eine Entwicklung, die vielerorts in Europa spürbar ist: Einheimische geraten angesichts des Massentourismus deutlich in Unterzahl. Auf den Ionischen Inseln, zu ihnen gehören unter anderem Korfu, Paxos und Kefalonia, waren es 103.
Auch Südtirol und die kroatische Adriaküste verzeichneten hohe Werte. Südtirol kam auf 69 Übernachtungen je Einwohner, die kroatische Adriaküste auf 67. Zum Vergleich: In Mecklenburg-Vorpommern wurden 2024 rund 19 Übernachtungen je Einwohner gezählt.
- Italien: Alpen-Hütte wird von Touristen überrannt
- Abseits der Massen: Fünf Orte, die Touristen mit offenen Armen empfangen

Die absoluten Übernachtungszahlen ergeben allerdings ein anderes Bild. Hier führen die Kanarischen Inseln die Rangliste der beliebtesten EU-Reiseziele an. Urlauber verbrachten dort insgesamt rund 99,5 Millionen Nächte. Im Jahresdurchschnitt entspricht das rund 271.000 Übernachtungen pro Tag.
Auf die Kanaren folgten Katalonien mit 88,7 Millionen und die kroatische Adriaküste mit 88,4 Millionen Übernachtungen. Danach kamen die französische Region Île-de-France mit 83,7 Millionen und Andalusien mit 77,3 Millionen.
Deutschlands beliebteste Urlaubsregion Oberbayern erreichte rund 44 Millionen Übernachtungen und lag damit deutlich unter den europäischen Spitzenwerten.
Kroatische Adriaküste bietet besonders viele Schlafplätze
Gerade Küsten- und Inselregionen müssen sich auf einen starken saisonalen Andrang einstellen. Viele Urlauber kommen dort innerhalb weniger Sommermonate. Entsprechend groß fallen die Übernachtungskapazitäten aus.
Die kroatische Adriaküste bot mit mehr als einer Million Schlafplätzen die größten Kapazitäten aller EU-Regionen. Katalonien mit seinen Ferienorten an der Costa Brava folgte mit 807.000 Schlafgelegenheiten. Venetien in Italien kam auf 796.000. In Deutschland führte Schleswig-Holstein mit 323.000 Schlafgelegenheiten. Mecklenburg-Vorpommern erreichte 309.000, Oberbayern 290.000.