In der Lebensmitte wichtig
Wer so schläft, schädigt Herz und Hirn
19.05.2026 – 14:34 UhrLesedauer: 3 Min.

Hauptsache man schafft seine sieben bis acht Stunden, richtig? Einer neuen Studie zufolge könnte die Dauer nicht der wichtigste Faktor für gesunden Schlaf sein.
Viele Menschen achten darauf, wie lange sie schlafen – aber kaum darauf, dass sie zu regelmäßigen Zeiten schlafen. Dabei scheint genau das wichtig zu sein. Forscherinnen und Forscher aus Finnland haben nun herausgefunden, dass ein unregelmäßiger Schlafrhythmus das Herz-Kreislauf-System stark belasten kann.
Über zehn Jahre beobachtet
Für die Untersuchung analysierte ein Team der Universität Oulu Daten von 3.231 Frauen und Männern aus der sogenannten „Northern Finland Birth Cohort 1966“. Alle Teilnehmer waren zu Beginn der Studie etwa 46 Jahre alt.
Um herauszufinden, wie sich Dauer und Regelmäßigkeit des Schlafs auf das kardiovaskuläre Risiko auswirken, trugen die Teilnehmer über mehrere Tage Aktivitätstracker am Handgelenk. Die Geräte zeichneten auf, wann die Menschen einschliefen und wieder aufwachten. Zusätzlich erfassten die Wissenschaftler Gesundheitsdaten wie Blutdruck, Blutzucker, Cholesterinwerte, Gewicht und körperliche Aktivität. Schichtarbeiter wurden aus der Analyse ausgeschlossen, da bereits bekannt ist, dass länger bestehende Schichtarbeit einen negativen Effekt auf die Gesundheit hat.
Anschließend werteten die Wissenschaftler aus, wer in den folgenden zehn Jahren ein schweres Herz-Kreislauf-Ereignis erlitt und verknüpften diese Daten mit den gemessenen Schlafdaten.
Gut zu wissen
Die Studie konzentrierte sich auf Menschen mittleren Alters. In dieser Lebensphase entwickeln sich viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen – die meisten oft unbemerkt über Jahre hinweg. Ein ungesunder Schlafrhythmus könnte dabei eine wichtige Rolle spielen.
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Unregelmäßige Schlafzeiten verdoppeln das Risiko
Während der Nachbeobachtungszeit erlitten 128 Teilnehmer schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse – darunter Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Krankenhausaufenthalte wegen Herzschwäche.
Besonders auffällig war das Ergebnis bei Menschen mit unregelmäßigem Schlaf. Wer weniger als durchschnittlich 7 Stunden und 56 Minuten schlief und dazu sehr unterschiedliche Schlafenszeiten hatte, wies ein etwa doppelt so hohes Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf.
Als „unregelmäßig“ galt in der Studie bereits, wenn die Schlafenszeiten innerhalb einer Woche um rund zwei Stunden schwankten. Menschen mit einem stabilen Rhythmus gingen dagegen meist innerhalb eines Zeitfensters von etwa einer halben Stunde schlafen.
Interessant: Nicht die Aufstehzeit machte den Unterschied – sondern vor allem die wechselnde Zeit des Einschlafens. Wer also jeden Morgen ähnlich früh aufstehen musste, aber abends mal um 22 Uhr und mal erst nach Mitternacht ins Bett ging, hatte ein höheres Risiko.
Warum Schlaf so wichtig für Herz und Gehirn ist
Schlaf ist für den Körper weit mehr als nur Erholung. Während der Nacht reguliert der Organismus wichtige Prozesse: Blutdruck und Herzfrequenz sinken, zelluläre Reparaturprozesse werden angestoßen und das Immunsystem gestärkt. Auch das Gehirn arbeitet im Schlaf auf Hochtouren. Erinnerungen festigen sich, Stressreaktionen werden heruntergefahren und Schadstoffe und Ablagerungen herausgespült.
Gerät dieser Rhythmus dauerhaft durcheinander, bleibt der Körper gewissermaßen im Alarmmodus: Stresshormone, Puls und Blutdruck bleiben erhöht. Das belastet auf Dauer Herz und Gefäße.











