Nach fast 230 Jahren
Hamburger Traditionsunternehmen steht vor dem Aus
08.05.2026 – 08:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Hamburger Außenhandelsunternehmen Wachsmuth & Krogmann ist insolvent. Eine Sanierung scheiterte, fast 50 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Teile des Geschäfts wurden bereits verkauft.
Das traditionsreiche Hamburger Handelshaus Wachsmuth & Krogmann wird nach fast 230 Jahren abgewickelt. Wie aus Veröffentlichungen des Amtsgerichts Hamburg hervorgeht, wurde Ende April das Insolvenzverfahren über die Außenhandelsgesellschaft eröffnet. Zuvor hatte das Gericht bereits Ende März eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.
Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Nils Krause bestellt. Das Verfahren war zunächst als Eigenverwaltung gestartet. Ziel war eine Sanierung und Fortführung des Unternehmens. Dieser Rettungsversuch scheiterte jedoch.
Den zuletzt noch 48 Beschäftigten sei bereits gekündigt worden, berichtet das Branchenportal „INDat“ unter Berufung auf eine Mitteilung der Ecovis Insolvenz und Sanierungs AG. Eine Fortführung des Unternehmens gilt demnach inzwischen als ausgeschlossen.
Immerhin gelang es dem Insolvenzverwalter nach Angaben von „INDat“, große Teile des Non-Food-Geschäfts an die Hamburger Wünsche Group zu verkaufen. Weitere Gespräche über übrige Geschäftsbereiche liefen noch.
Wachsmuth & Krogmann gehörte über Jahrzehnte zu den bekannten Hamburger Außenhandelshäusern. Das Unternehmen belieferte große Einzelhandelsketten unter anderem mit Haushaltswaren, Beleuchtung, Spielzeug, Dekorationsartikeln und Lebensmitteln.
Auf der Unternehmenswebsite beschreibt sich die Firma als international tätiger Groß- und Außenhändler mit Standorten unter anderem in Shanghai, Hongkong und den USA. Zuletzt hatte das Unternehmen seinen Sitz im Sprinkenhof im Hamburger Kontorhausviertel.
Die Ursprünge von Wachsmuth & Krogmann reichen bis ins Jahr 1797 zurück. Damals gründete Johann Christian Wachsmuth nach Unternehmensangaben ein Importgeschäft für Kolonialwaren in Hamburg. Später entwickelte sich daraus auch eine Reederei.
Laut einer bei „INDat“ veröffentlichten Mitteilung des Insolvenzverwalters geriet das Unternehmen seit der Corona-Pandemie zunehmend unter Druck. Lieferkettenprobleme, gestiegene Fracht- und Logistikkosten sowie sinkende Margen im internationalen Handel hätten das Geschäft belastet. Auch das Einkaufsverhalten großer Discount-Kunden habe sich verändert.
Zudem hätten „interne Spannungen“ die wirtschaftliche Lage verschärft, erklärte Krause laut „INDat“. Noch 2023 war das Unternehmen nach eigenen Angaben in neue Büroräume im Sprinkenhof gezogen. Wenige Jahre später endet nun die Geschichte des Traditionsunternehmens.
