„Habe diesen Knall in meiner Brust gehört“
Ex-Bundesliga-Trainer überlebte tödliches Hantavirus
Aktualisiert am 08.05.2026 – 08:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Hantavirus erregt weiter Aufmerksamkeit. Nach dem Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff spricht nun auch ein ehemaliger Bundesliga-Trainer über seine Erkrankung.
Ex-Bundesliga-Trainer Ralph Hasenhüttl hat in einem Interview mit der englischen Zeitung „Mirror“ über seine Hantavirus-Erkrankung aus dem Jahr 2012 gesprochen. Damals war der Österreicher Trainer beim VfR Aalen und gerade in die zweite Liga aufgestiegen.
Nachdem das Virus kürzlich auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff „MS Hondius“ ausgebrochen war, sind bereits drei Menschen gestorben. Aktuell wird eine infizierte Frau aus Deutschland in Düsseldorf behandelt. (Mehr dazu lesen Sie hier.)
Im Trainingslager hatte Hasenhüttl mit seiner Mannschaft eine Mountainbike-Tour gemacht, anschließend fühlte er sich unglaublich erschöpft: „Ich bin ins Bett und es hat alles mit Kopfschmerzen gestartet. Es fühlte sich so an, als wäre eine Nadel in meinem Kopf. Danach bekam ich ernste Rückenschmerzen. Es war, als steckte ein Messer in meinem Rücken.“
Im Video | Kreuzfahrt-Kapitän verkündet Todesnachricht
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Später fanden die Ärzte heraus, dass die Schmerzen daher kamen, dass sich die Leber und Nieren des mittlerweile 58-Jährigen so sehr ausgedehnt hatten, dass sie gegen andere Organe gedrückt hatten und damit Schmerzen im Rücken entstanden sind.
Zwei Wochen lag Hasenhüttl auf der Intensivstation: „Mein Herzschlag hat mich in der Nacht geweckt, weil er so intensiv war. Ich habe diesen Knall in meiner Brust gehört.“ Die Folgen der Erkrankung: Er nahm ab, seine Nieren begannen zu schwächeln. Der Trainer wurde gewarnt: „Du musst warten, bis dein Körper Antikörper bildet und dann hoffen, dass du überlebst.“
Bei Hasenhüttl wurde die Erkrankung nachträglich auf indirekten Kontakt mit Nagetieren zurückgeführt. Grundsätzlich soll Staub die Infektionsquelle gewesen sein. „Ich habe die Terrasse ohne Maske geputzt und dabei wohl den Staub eingeatmet“, erklärte Hasenhüttl. Die Krankheit an sich sei dann zwei bis drei Wochen später ausgebrochen. Genauso lange hat dann der Genesungsprozess gedauert.
Im Anschluss daran nahm seine Karriere Fahrt auf. Mit Ingolstadt gewann er 2015 die Meisterschaft in der 2. Bundesliga, trainierte später noch Leipzig und Wolfsburg. Aktuell ist er ohne Verein.
