Landtagswahl Sachsen-Anhalt
Hallervorden nennt Merz „nötig wie eine Schnecke beim Hürdenlauf“
04.09.2026 – 00:04 UhrLesedauer: 2 Min.
In Sachsen-Anhalt wird bald ein neuer Landtag gewählt. Schauspieler Dieter Hallervorden mischt sich erneut in den Wahlkampf ein.
Schauspieler Dieter Hallervorden hat den Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU zur Linken als „totalen Quatsch“ bezeichnet. Das sagte der 90-Jährige bei einem Fest für Demokratie und Zusammenhalt in Halle (Saale). Gleichzeitig übte er scharfe Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz.
Den Beschluss, der Koalitionen mit der Linken ausschließt, nannte Hallervorden zudem „total überholt“ und „einen schweren Fehler“. Der in Dessau geborene Theatermacher unterstützt im Landtagswahlkampf CDU-Ministerpräsident Sven Schulze, zieht dabei aber eine klare Trennlinie zwischen Landes- und Bundespolitik. Die Probleme würden von den Parteien in Sachsen-Anhalt gelöst, sagte er. Bundeskanzler Merz sei dafür „so wenig nötig wie eine Schnecke beim Hürdenlauf“. Der CDU-Chef hat sich im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt bislang zurückgehalten und schaute bislang nur zweimal vorbei, allerdings ohne Auftritt in der Öffentlichkeit.
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AfD liegt in Umfragen weit vorne
Am Sonntag wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. In Umfragen liegt die CDU von Ministerpräsident Schulze zuletzt deutlich hinter der AfD. Sollte die AfD an die Macht kommen, will Hallervorden mit seinem Mitteldeutschen Theater im Land bleiben: „Ich bleibe hier im Land und werde weiter kämpfen. Ich verlasse das sinkende Schiff auf keinen Fall.“
Hintergrund der Debatte ist ein Bundesparteitagsbeschluss der CDU aus dem Jahr 2018. Darin legte sich die Partei fest, „Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ weder mit der AfD noch mit der Linken einzugehen. Falls die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit verfehlt, könnte eine mögliche CDU-Minderheitsregierung etwa mit SPD und Grünen bei Abstimmungen im Landtag auf Stimmen der Linken angewiesen sein.
