Es wich der Okertalsperre

Gruselige Sage rankt sich um geflutetes Dorf im Harz


Aktualisiert am 05.06.2026 – 18:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Okertalsperre: Für sie musste ein ganzer Ort weichen. (Quelle: IMAGO/Frank Neuendorf)

Im Harz befindet sich ein Ort, der in den Fünfzigerjahren neu entstanden ist. Sein „Vorgänger“ wurde geflutet. Seitdem erzählen sich die Menschen in der Region eine gruselige Geschichte.

Der Ort Schulenberg im Oberharz wirkt idyllisch und liegt in der ruhigen Natur des beliebten Urlaubsgebiets. Doch Schulenberg hat eine gruselige Vergangenheit.

1954 wurden die damaligen Ortsteile Unter- und Mittelschulenberg für den Okerstausee geflutet, damit die geplante Talsperre umgesetzt werden konnte. Die Bewohner mussten den Ort verlassen und wurden 100 Meter höher auf den Großen Wiesenberg umgesiedelt.

Bei Niedrigwasser wird ein Stück Geschichte sichtbar

Das alte, rund 500 Jahre alte Schulenberg verschwand samt Häusern im Wasser der Oker. Danach entstand das heutige Schulenberg. In der Region hält sich die gruselige Sage, dass die Kirchturmspitze des versunkenen Ortes hin und wieder im Okerstausee zu sehen ist. Manche berichten auch, Glocken in der Tiefe zu hören. Im alten Schulenberg hat es jedoch nie ein Gotteshaus gegeben. Eine ähnliche Legende rankt sich um den Otterstedter See in Niedersachsen.

Besonders spannend und wahr: Bei Niedrigwasser tauchen tatsächlich ab und zu Reste der alten Grundmauern der abgerissenen Häuser im Okerstausee auf.

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Der Stausee ist heute beliebt bei Schwimmern und Wassersportlern. Man kann dort segeln, surfen, Stand-up-Paddeln oder Kanutouren unternehmen. Auch Schiffsrundfahrten werden angeboten, die direkt über die Teile des Sees führen, wo das Dorf versunken ist. An Bord erfahren Gäste mehr zu der gruseligen Geschichte. Vor einigen Jahren hat sich ein Kapitän der Okersee-Schifffahrt GmbH einen Spaß erlaubt und eine nachgebaute Kirchturmspitze im Stausee verankert.

Die Ruinen vom damaligen Schulenberg. (Quelle: imago stock&people)

Wer der Legende selbst auf den Grund gehen will, hat es von Braunschweig nicht weit nach Schulenberg. Mit dem Auto dauert die Fahrt etwas länger als eine Stunde, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist man mindestens 2 Stunden und 15 Minuten unterwegs.

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