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Home » Grünen-Politikerin äußert sich zu rechter Vergangenheit ihres Mannes
Politik

Grünen-Politikerin äußert sich zu rechter Vergangenheit ihres Mannes

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 3, 2026
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Angriff im Wahlkampf

Grünen-Politikerin äußert sich zu rechter Vergangenheit ihres Mannes

03.09.2026 – 15:50 UhrLesedauer: 2 Min.

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Susan Sziborra-Seidlitz (Archivbild): Die Grünen-Politikerin tritt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als Spitzenkandidatin ihrer Partei an. (Quelle: IMAGO/imago)

Die Vergangenheit ihres Mannes holt die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz im Wahlkampf ein. Sie spricht über seine Zeit in der rechten Szene und was sie heute daraus für Sachsen-Anhalt ableitet.

In der Debatte über die rechtsextreme Vergangenheit ihres Ehemanns vor rund 30 Jahren hat die sachsen-anhaltische Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz betont, dass dieser damals nie an Gewalttaten oder anderen strafrechtlich relevanten Aktionen
beteiligt gewesen sei.

„Sie haben politisch diskutiert, Wanderungen unternommen und zum Beispiel Sonnenwendfeiern veranstaltet“, sagte die 48-Jährige der „Zeit“. Der damals bekannte Rechtsextremist Steffen Hupka sei in den Jugendklub im Harz gegangen, den ihr Mann zwischen 1994 und 1996 besuchte, und habe versucht, junge Menschen für die Neonazi-Szene zu rekrutieren.

  • Verfassungsschutz berichtet: Zahl der Rechtsextremen steigt stark
  • Landtagswahl: Das plant die AfD für Sachen-Anhalt

Vergangenheit liegt lange zurück

Als sie ihren Mann Anfang der 2000er-Jahre kennengelernt habe, habe diese Phase längst hinter ihm gelegen und sie habe nicht bezweifelt, dass ihr Mann ein Demokrat und Antifaschist sei. „Bis heute ist diese Geschichte für ihn äußerst schambesetzt. Er redet mit mir darüber, aber ansonsten nur sehr ungern und schon gar nicht in der Öffentlichkeit.“

Es habe einige „Events“ mit Hupka gegeben, aber ihr Mann habe dieses Umfeld bald wieder verlassen, „weil er seinen Anspruch, das ganze Leben nach einer rechtsextremen Ideologie ausrichten zu müssen, abstoßend fand“, so Sziborra-Seidlitz. „Er hat sich dann auch aus dem rechten Freundeskreis gelöst und einen neuen gesucht.“

„Kult und Trend“ rund um die AfD

Weiter sagte sie, Menschen könnten ihre Positionen ändern und wieder zu Demokraten werden. „Wie könnte ich denn in Sachsen-Anhalt anders denken? Hier sind 40 Prozent bereit, eine rechtsextreme Partei zu wählen.“ In dem Bundesland wird am Sonntag gewählt, in Umfragen liegt die AfD weit vorne.

Der größte Teil wähle aus Frustration AfD, sagte sie. „Sie haben sich von klassischer Politik abgewendet. Außerdem erleben wir hier gerade so etwas wie eine eher apolitische Bewegung: Da geht es auch um Kult und Trend, und viele wollen Teil der Bewegung sein.“

Auch Sziborra-Seidlitz war früh politisch aktiv

Sie sei in den 1990er-Jahren in Berlin politisch links gewesen. „Wir trugen schwarze Klamotten, Bundeswehrhosen, Kapuzenpullis und hatten bunte Haare.“ Am U-Bahnhof Magdalenstraße in Lichtenberg habe sie regelmäßig was „vors Brett gekriegt – also bin von Faschos verprügelt, verfolgt und getreten worden. Das war eine hochaggressive Zeit“.

Mit Blick auf den Wahlkampf sagt sie, die Grünen und sie selbst seien für die AfD, die eine Alleinregierung anstrebe, hochgefährlich. „Weil unsere sechs oder vielleicht sogar sieben Prozent darüber entscheiden, ob Ulrich Siegmund das Land alleine regieren kann oder nicht. Die aktuelle Kampagne gegen meinen Mann ist der Versuch, uns den Flow und das Momentum zu nehmen.“

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