Mordfall Fabian

Angeklagte Gina H. vollzieht offenbar Kehrtwende


Aktualisiert am 31.08.2026 – 17:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Der achtjährige Fabian aus Güstrow (Archivbild): Gina H. soll ihn mit sechs Messerstichen getötet haben.

Der achtjährige Fabian aus Güstrow (Archivbild): Gina H. soll ihn mit sechs Messerstichen getötet haben. (Quelle: Polizei)

Im Fabian-Prozess liest die Angeklagte Gina H. 95 Seiten zu ihrer Entlastung vor, verweigert aber Nachfragen. Das soll sich jetzt ändern – auf ihren eigenen Wunsch.

Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow will sich die Angeklagte Gina H. nun offenbar doch einer Befragung durch das Gericht stellen und Antworten geben. Das kündigte einer ihrer Verteidiger, Thomas Löcker, am Montag im Gespräch mit t-online an.

„Sie weiß, worum es geht, und sie möchte sich äußern“, sagte der Strafverteidiger. „Sie will, dass man ihr glaubt.“ Als möglichen Termin brachte Löcker den 27. Prozesstag am 10. September ins Spiel. Dies sei aber noch nicht mit der Kammer abgesprochen. Eine entsprechende Ankündigung will der Anwalt am Dienstag vor Gericht machen.

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Fall Fabian: Gina H. wies Mordvorwurf zurück

Gina H. wird vorgeworfen, den achtjährigen Fabian im Oktober vorigen Jahres mit sechs Messerstichen ermordet zu haben, um die Beziehung zu Fabians Vater zu retten. Dieser hatte sich zwei Monate vor der Tat von der 30-Jährigen getrennt. Inzwischen sind beide wieder ein Paar; Fabians Vater glaubt an die Unschuld seiner Partnerin. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Angeklagte im Mordfall Fabian, Gina H. (Archivbild): Sie will nun offenbar doch Fragen des Gerichts beantworten. (Quelle: Danny Gohlke/dpa)

Gina H. hatte sich am 22. Verhandlungstag in der vergangenen Woche erstmals seit Prozessbeginn zu den Vorwürfen geäußert – und diese auf 95 verlesenen Seiten scharf zurückgewiesen. „Hätte ich ihn ermordet, hätte ich mit Sicherheit das Gefühl gehabt, mein eigenes Kind zu töten“, sagte die 30-Jährige, die auch einen eigenen Sohn hat.

Mordfall Fabian: Gericht hat viele Fragen an Gina H.

Zudem beschuldigte sie die beiden Zeugen Christian D. und Olaf K. schwer. Diese hatten vor Gericht ausgesagt, von Gina H. zur Leiche des Jungen an einen Tümpel bei Klein Upahl geführt worden zu sein – noch bevor Gina H. bei einem dritten Besuch am Tümpel schließlich die Polizei rief. In ihrer Aussage drehte Gina H. den Spieß jedoch um und behauptete, Christian D. habe sie gezielt dorthin geführt – und ihr dann verboten, die Polizei zu rufen. Olaf K. stellte sie entgegen der bisherigen Ermittlungen als „gerissenen“ Kriminellen dar.

Der Fundort des Leichnams: Hier soll der kleine Fabian mit sechs Messerstichen getötet worden sein. (Quelle: Bernd Wüstneck/dpa)
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