Betrug per E-Mail
Gefälschte Rechnung kostet deutsche Großstadt 68.000 Euro
21.05.2026 – 13:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Cyberkriminelle haben eine Rechnung abgefangen, die Kontodaten ausgetauscht – und die Stadtverwaltung Kiel zahlte. Das Geld ist weg, die Täter vermutlich auch.
Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel ist Opfer eines Betrugs geworden und hat dabei 68.000 Euro verloren. Das berichtet der NDR und beruft sich auf einen Artikel der „Kieler Nachrichten“. Demnach haben Cyberkriminelle eine Rechnung eines Dienstleisters der Stadt abgefangen und die Bankverbindung durch gefälschte Kontodaten ersetzt. Die Stadt hatte den Betrag daraufhin ungeprüft auf das Konto der Betrüger überwiesen.
Für die Mitarbeiter der Stadt sei die Fälschung kaum zu erkennen gewesen, wird Stadtsprecherin Kerstin Graupner zitiert. Weil der betroffene Dienstleister vor dem Vorfall noch nicht mit der Stadt zusammengearbeitet habe, hätten der Stadt keine Vergleichsdaten der Kontoangaben vorgelegen.
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Die Stadt habe Strafanzeige erstattet. Hoffnung auf einen Ermittlungserfolg könne man sich bei dieser Art von Betrug allerdings nicht machen, heißt es.
Betrug über gefälschte oder gekaperte Geschäfts-E-Mails
Die Polizei in Kiel ordne den Angriff als sogenannten BEC-Scam ein. Die Abkürzung steht für „Business-E-Mail-Compromise“, also Betrug über gefälschte oder gekaperte Geschäfts-E-Mails.
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Dabei verschaffen sich Kriminelle Zugang zum E-Mail-Konto eines Unternehmens und versenden Nachrichten von der echten Adresse. Alternativ richten sie eine Adresse ein, die der des Absenders bis auf winzige Details wie Buchstabendreher gleicht. Welche Methode im Fall Kiel zum Einsatz kam, ist noch unklar.
Für die Zukunft kündigte die Stadtverwaltung Kiel Konsequenzen an. Man arbeite daran, eine Art Sperre einzubauen, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole, heißt es. Nähere Details wolle die Stadt aus sicherheits- und ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen.
