Ende Juni ist Schluss

Netzbetreiber schalten die MMS ab


Aktualisiert am 21.05.2026 – 13:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine MMS-Nachricht auf einem Handy: Die Mobilfunkbetreiber stellen den Dienst ein. (Quelle: Boris Roessler/dpa)

Nach 24 Jahren kommt das Aus für den Versand von MMS: Die deutschen Mobilfunkbetreiber geben die Weiterentwicklung der SMS zum 30. Juni auf.

Vodafone hatte die MMS (Multimedia Messaging Service) bereits 2023 abgeschaltet, jetzt ziehen die anderen großen Mobilfunkbetreiber nach. Die Telekom, Telefónica (o2) und 1&1 beenden den Versand von MMS-Nachrichten am 30. Juni, wie die Unternehmen auf ihren Hilfeseiten mitteilen.

„Der Versand und Empfang von MMS-Nachrichten in unserem Mobilfunknetz“ sei nur noch bis zu diesem Tag möglich, schreibt etwa die Telekom und verweist auf einen alternativen Dienst. Fotos und Mitteilungen könnten künftig per RCS-Chat (Rich Communication Services) versendet werden.

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Mit RCS lassen sich Mitteilungen über die normale Nachrichten-App der Handys verschicken. Neben Text können Anwender Fotos, Videos, Emojis und Sprachnachrichten übertragen. Weiterhin gibt es aber auch die klassische SMS, um reinen Kurztext zu verschicken.

Die MMS konnte sich nie durchsetzen

Dass die MMS nie zum Massenphänomen geworden ist, dürfte nicht zuletzt auch am hohen Preis gelegen haben. Je nach Netz und Anbieter müssen Nutzer 39 bis 79 Cent pro verschickter Nachricht zahlen.

Technisch war die MMS zuletzt im Vergleich zu Messengern wie WhatsApp veraltet. An die Nachricht angehängte Fotos oder Audiodateien durften nur 0,3 Megabyte (MB) groß sein.

RCS-Nachrichten werden über den Datenverbrauch abgerechnet

Eine RCS-Nachricht kostet grundsätzlich so viel wie eine SMS – also meist gar nichts extra, weil eine SMS-Flatrate zu den meisten Mobilfunktarifen dazugehört.

Eingebundene Fotos und Videos schmälern wie bei Messengern höchstens das monatliche Datenvolumen des Tarifs, wenn man nicht gerade mit einem WLAN-Netz verbunden ist.

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Postkarte per MMS

MMS wurde Anfang der 2000er-Jahre eingeführt und sollte die klassische SMS erweitern. In Deutschland schaltete Vodafone den Dienst als erster Mobilfunkanbieter im April 2002 frei.

Mit MMS konnten Nutzer nicht nur Bilder, Audiodateien oder kurze Videos direkt über das Mobilfunknetz verschicken, sondern in den ersten Jahren auch MMS-Postkarten. Ein mit der Handykamera aufgenommenes Bild konnte als gedrucktes Foto über die Briefpost versendet werden. Der Dienst wurde 2010 eingestellt.

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