Gespräche abgebrochen
Weitere Krankenkassenfusion scheitert
22.10.2026 – 17:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Während viele Kassen derzeit Fusionen prüfen, kommt ein geplanter Zusammenschluss nicht zustande. Es ist die zweite geplatzte Verhandlung innerhalb kurzer Zeit.
Viele Krankenkassen befinden sich momentan auf Partnersuche. Auch bedingt durch zunehmenden Druck aus der Politik, verkündeten zahlreiche Kassen in diesem Jahr, miteinander verschmelzen zu wollen, andere sondieren weiter den Markt. Doch nicht jede Verhandlung führt am Ende auch zu einem Ergebnis.
Gespräche enden ohne Ergebnis
Mit der BKK Firmus und der BKK Pfaff brechen nun zwei weitere Krankenkassen ihre Fusionsgespräche ab. „Die aktuell geführten Fusionsgespräche sind beendet. Im Ergebnis bleiben wir eigenständig“, teilt die BKK Pfaff knapp auf ihrer Homepage mit. Über die Gründe der gescheiterten Verhandlungen machte die kleine Krankenkasse aus Rheinland-Pfalz (knapp 160.000 Versicherte) keine Angaben. Es ist die zweite gescheiterte Fusion innerhalb kurzer Zeit. So hatten erst vor wenigen Tagen zwei weitere Betriebskrankenkassen – die BKK Scheufelen und die Vivida BKK – über das Scheitern ihrer Fusionsgespräche informiert.
Für die BKK Firmus ist der gescheiterte Zusammenschluss ein kleinerer Rückschlag auf ihrem Weg, wieder aus ganz Deutschland Kunden aufnehmen zu können. Dies war der Bremer Krankenkasse, die als einer der günstigen Anbieter gilt, im Frühjahr vom Bundesamt für Soziale Sicherung untersagt worden.
Das Krankenkassenorganisationsrecht schreibt vor, dass Betriebskrankenkassen ihre Aktivität auf Bundesländer beschränken müssen, in denen die ursprünglichen Trägerunternehmen eine Betriebsstätte besitzen. Ist ein Betrieb beispielsweise ausschließlich mit Produktionsstätten in Niedersachsen ansässig, steht die Betriebskrankenkasse auch nur Versicherten aus diesem Bundesland offen.
Aufgrund von organisatorischen Änderungen ihrer Stammunternehmen darf die BKK Firmus seit April keine neuen Kunden mehr aus sechs Bundesländern aufnehmen – darunter auch Rheinland-Pfalz. Durch einen Zusammenschluss mit der BKK Pfaff hätte die BKK Firmus auch im südwestlichen Bundesland wieder aktiv werden können. Diesen Plan muss die Bremer Krankenkasse nun aber verschieben.
BKK Firmus plant weitere Fusionen
Dies allerdings voraussichtlich nur bis zum Sommer. Neben der jetzt geplatzten Vereinigung mit der BKK Pfaff plant die BKK Firmus zwei weitere Zusammenschlüsse. Während zum Jahreswechsel eine Vereinigung mit der BKK Rieker Ricosta Weisser ansteht, hier haben die jeweiligen Verwaltungsräte bereits ihre Zustimmung erteilt, ist zum 1. Juli eine Fusion mit der Bielefelder Heimat Krankenkasse geplant. Hierdurch könnte die BKK Firmus wieder in allen Bundesländern neue Kunden aufnehmen – Rheinland-Pfalz inbegriffen.