Nach über 30 Jahren

Formel 1 kehrt wohl nach Afrika zurück

08.10.2026 – 17:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Kimi Antonelli (l.) im Duell mit Max Verstappen. Bald auch bei einem Rennen in Afrika? (Quelle: IMAGO/Eric Alonso/imago)

Die Formel 1 trägt wohl nach über 30 Jahren Abstinenz bald wieder einen Grand Prix auf den afrikanischen Kontinent aus. Dabei könnte es nicht bei nur einem Rennen bleiben.

Quellen aus der ruandischen Regierung und dem Automobil-Weltverband Fia haben der Nachrichtenagentur AFP bestätigt, dass Ruandas Bewerbung um einen Formel-1-Grand-Prix erfolgreich war. Ab 2030 soll in dem ostafrikanischen Land gefahren werden – zum ersten Mal seit 1993 gastiert die Königsklasse damit wieder auf dem afrikanischen Kontinent.

Die offizielle Ankündigung steht noch aus. Sie soll einer der Fia nahestehenden Quelle zufolge nächste Woche in der ruandischen Hauptstadt Kigali erfolgen. Aus Regierungskreisen hieß es im Gespräch mit dem SID: „Ruandas Bewerbung um die Ausrichtung des Formel-1-Rennens wurde genehmigt, eine Einigung wurde erzielt.“ Das Projekt soll zudem von Katar unterstützt werden.

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Für ein Rennen auf dem Kontinent hatte sich vor allem Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton starkgemacht. Der Rekordweltmeister meldete sich zu Saisonbeginn im australischen Melbourne zu Wort: „Seit sechs, vielleicht sogar sieben Jahren kämpfe ich hinter den Kulissen darum, einen Grand Prix auf die Beine zu stellen. Ich setze mich mit den Verantwortlichen zusammen und frage: ‚Warum sind wir nicht in Afrika?‘ Ich möchte den Sport nicht verlassen, ohne dass es dort einen Grand Prix gibt, ohne dort Rennen fahren zu können, also setze ich mich dafür ein.“

Ruanda wegen Sportswashing in der Kritik

Ruanda könnte dabei nicht das einzige afrikanische Land im Formel-1-Kalender bleiben. Südafrikas Sportminister Gayton McKenzie schrieb bereits am Mittwoch auf X: „Südafrika wird die Formel 1 bekommen, noch vor 2030.“ Dort fand das letzte Rennen auf dem afrikanischen Kontinent vor 33 Jahren statt.

Sein Land sei „glücklich“ für Ruanda, die hätten „länger daran gearbeitet als Südafrika und es verdient“. McKenzie ergänzte: „Man darf jedoch nicht vergessen, dass ein Land, nämlich Italien, bereits zwei Formel-1-Rennen pro Jahr veranstaltet hat, und manche reagieren so, als könne ein Kontinent mit 55 Ländern nur ein einziges Rennen bekommen.“

Ruanda steht seit Jahren in der Kritik. Dem Land wird Sportswashing als Ablenkung von Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Neben Klubs wie Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal hatte auch der FC Bayern für Ruanda geworben.

Beim deutschen Rekordmeister beschränkt sich die Zusammenarbeit seit dem vergangenen Jahr auf die Entwicklung einer Jugendakademie vor Ort. 2025 richtete Ruanda zudem die Radsport-WM aus.

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