Luxusleben in Miami?
Fifa verschwieg offenbar zweites Gehalt für Infantino
Aktualisiert am 13.10.2026 – 18:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Im kommenden Jahr findet die Wahl des Fifa-Präsidenten statt. Ein Bericht kommt für Amtsinhaber Gianni Infantino zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Neuer Skandal rund um Gianni Infantino? Wie die englische Zeitung „Times“ berichtet, soll der Fifa-Boss jahrelang vom Fußball-Weltverband doppelt abkassiert haben. Demnach bekam er neben seinem eigentlichen Gehalt weitere Millionen Dollar überwiesen. Diese Zahlungen selbst legte Infantino aber nicht offen. Dabei könnte es sich um einen Verstoß gegen die eigenen Fifa-Statuten handeln.
Im Jahresbericht wurde dem Bericht zufolge nur das Jahresgehalt Infantinos ausgewiesen, ein weiteres – wohl von der für die Weltmeisterschaft zuständigen Organisationsgesellschaft überwiesenes – wurde dagegen nicht deklariert.
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Infantino soll die zusätzlichen Gelder dazu benutzt haben, um sich im Vorfeld der Weltmeisterschaft einen luxuriösen Lebensstil in Miami zu finanzieren. Dazu gehörte wohl auch die Anmietung einer Villa direkt am Wasser. Kostenpunkt: Zehntausende Dollar pro Monat.
Der Weltverband dementiert die Zahlungen unterdessen. „Die Fifa weist nachdrücklich jegliche Behauptungen zurück, sie habe es versäumt, Finanzinformationen offenzulegen, oder gegen die FIFA-Statuten verstoßen. Die Finanzunterlagen der Fifa werden unabhängig geprüft, und sämtliche Angaben stehen im Einklang mit den steuerrechtlichen Vorschriften in der Schweiz, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern.“
Kritisch ist der Fall, weil sich die Fifa im Jahr 2016 mit der damaligen Wahl von Gianni Infantino zum Fifa-Boss laut „Times“ dazu entschied, sein jährliches Gehalt, seine Boni und seine Spesenvergütungen – ebenso wie die des Generalsekretärs – offenzulegen.

Der Bericht kommt für Infantino zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn die Kritik an seiner Person und seiner eventuellen Wiederwahl im Frühjahr nächsten Jahres nimmt immer weiter zu. In Berlin waren zuletzt bei einem „Anti-Infantino-Gipfel“ der Europäischen Fußball-Union (Uefa) zeitgleich führende Vertreter um DFB-Präsident Bernd Neuendorf zusammengekommen – auch, um über Reformen der Fifa und weitere Schritte beim Vorgehen gegen Infantino zu debattieren.
DFB-Boss Bernd Neuendorf: „Muss abgelöst werden“
Auch bekräftigte der europäische Verband, dass für die Präsidentenwahl des Weltverbandes im März 2027 in Rabat/Marokko eine Alternative zu Amtsinhaber Infantino her soll. „Die Person an der Spitze, die in besonderer Weise dafür steht, wie die Fifa sich heute darstellt, muss abgelöst werden“, betonte Neuendorf: „Ich persönlich, aber das war heute glaube ich die Mehrheitsmeinung, bin nicht überzeugt, dass es mit dieser Führung der Fifa zu einem glaubhaften Reformprozess kommen kann.“ Es sei auch über das Profil eines möglichen Gegenkandidaten gesprochen worden.
Der 56-jährige Infantino hatte nach seinem gescheiterten Plan, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, im Sommer scheinbar noch vor dem Ende seiner Präsidentschaft gestanden. Zuletzt holte er sich aber schrittweise Unterstützung zurück.