Archäologen begeistert
Feuerwehr baut Haus – Schatz gefunden
16.09.2026 – 09:02 UhrLesedauer: 2 Min.
In Thüringen möchte die Feuerwehr ein neues Gerätehaus bauen. Auf einem ehemaligen Sportplatz beginnen die Arbeiten. Doch dann blitzt auf einmal etwas im Erdreich.
Bei Bauarbeiten im thüringischen Ilm-Kreis ist ein wertvoller Keltenschatz entdeckt worden. Laut Andreas Hummel, Gebietsreferent vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, ist es „der bislang umfangreichste keltische Schatzfund dieser Zeitstellung in Thüringen“.
Bei den Münzen handelt es sich um sogenannte Quinare aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. „In ganz Thüringen waren bislang lediglich etwa 80 Exemplare dieses Münztyps bekannt“, sagte Hummel. Die Prägewerkstatt der Münzen wird nach Angaben der Archäologen im nordwestlich gelegenen Gothaer Land vermutet.
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Der Fund ist auch wegen seiner geografischen Lage von besonderer Bedeutung. Er hilft, die Handelsrouten und kulturellen Zentren der Kelten besser nachvollziehen zu können. Die Münzen wurden am Singer Berg nordöstlich von Singen gefunden. Singen bildet eine räumliche Verbindung zu zahlreichen keltischen Fundplätzen in Südthüringen. Dazu zählt unter anderem die Steinsburg auf dem Kleinen Gleichberg bei Römhild im Landkreis Hildburghausen, eine bedeutende keltische Siedlung mit verschiedenen Handwerksstätten.

Die Münzen wurden bereits im Juli und August 2025 bei archäologischen Untersuchungen im Zuge des Baus eines neuen Feuerwehrgerätehauses auf einem ehemaligen Sportplatz entdeckt. Sie lagen verteilt auf einer Fläche von 5,80 mal 1,50 Metern. Gezielte Nachuntersuchungen im August dieses Jahres bestätigten nun, dass die insgesamt elf Münzen ursprünglich zusammen verborgen wurden – vermutlich in einem organischen Gefäß – und einen sogenannten geschlossenen Fund bilden.
Neben dem keltischen Schatz wurden bei den Untersuchungen weitere archäologische Funde gemacht. Dazu gehören eine römische Münze, ein Denar aus dem Zeitraum zwischen 164 und 169 nach Christus, sowie eine frühmittelalterliche rot-gelbe Glasperle. Außerdem kamen ein eisernes Messerfragment unbekannter Zeitstellung, eine einseitig geprägte und gefaltete Silbermünze aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und ein preußischer Uniformknopf aus dem 19. oder 20. Jahrhundert zutage.