Laut Studie
Bei dieser Sehminderung im Alter steigt womöglich das Krebsrisiko
20.07.2026 – 16:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Menschen mit feuchter Makuladegeneration erkranken möglicherweise etwas häufiger an bestimmten Krebsarten. Lesen Sie hier, was die Studie zeigt.
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine der häufigsten Ursachen für Sehverlust im Alter. Nun liefert eine große südkoreanische Untersuchung Hinweise darauf, dass die feuchte Form der Erkrankung mit einem leicht erhöhten Risiko für einige Krebsarten verbunden sein könnte. Nachzulesen sind die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Aging“.
Eine altersbedingte Makuladegeneration beginnt meist schleichend, etwa ab dem 50. Lebensjahr. Besonders ab dem 60. bis 65. Lebensjahr treten häufiger spürbare Seheinschränkungen auf. Vor allem das zentrale Sehen ist gestört – Gegenstände, auf die man seinen Blick richtet, erscheinen verzerrt oder verschwommen. Fachleute unterscheiden zwei Formen: die trockene AMD, die eher langsam verläuft und bislang in Europa nicht wirksam behandelt werden kann, und die feuchte AMD, welche rascher zu Sehbehinderungen führt, sich aber wirksam behandeln lässt.
Gesamtrisiko ist leicht erhöht
Für die Studie werteten die Forscher Daten von mehr als 334.000 Menschen ab 50 Jahren aus. Darunter waren rund 84.000 Personen mit feuchter Makuladegeneration. Die Teilnehmer wurden über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren nachverfolgt.
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Dabei zeigte sich, dass Menschen mit feuchter AMD insgesamt etwas häufiger an Krebs erkrankten als vergleichbare Personen ohne die Augenerkrankung. Das relative Gesamtrisiko war um rund acht Prozent erhöht. Die Unterschiede fielen allerdings nicht für alle Krebsarten gleich aus.
Nicht alle Krebsarten betroffen
Ein statistisch erhöhtes relatives Risiko zeigte sich vor allem für:
- Schilddrüsenkrebs (etwa 24 Prozent),
- Nierenkrebs (etwa 18 Prozent),
- Bauchspeicheldrüsenkrebs (etwa 16 Prozent),
- Lungenkrebs (etwa 13 Prozent),
- Blasenkrebs (etwa 12 Prozent) und
- Prostatakrebs (etwa 9 Prozent).
Für viele andere Tumorarten – darunter Brust-, Darm- oder Magenkrebs – fanden die Forscher dagegen keinen signifikanten Zusammenhang.
Wichtiger Hinweis
Die Risikoangaben beziehen sich auf das relative Risiko. Sie zeigen, wie viel häufiger eine Erkrankung im Vergleich zu einer ähnlichen Gruppe auftrat – nicht, wie viele Menschen tatsächlich zusätzlich erkrankten.
Gemeinsame Alterungsprozesse als mögliche Erklärung
Warum die Erkrankungen zusammen auftreten könnten, ist noch unklar. Eine mögliche Erklärung ist der Botenstoff VEGF, der sowohl bei der feuchten Makuladegeneration als auch bei vielen Tumoren eine wichtige Rolle spielt: Er fördert die Bildung neuer Blutgefäße.
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