Die schönste Todesfalle der Welt

Eine Rache, die Ferrari erschüttert


08.03.2026 – 06:29 UhrLesedauer: 3 Min.

Gefährliche Schönheit: Bei hohem Tempo und leerem Tank verlor der Miura die Bodenhaftung.

Er gilt als erstes Supercar der Welt. Doch unter der betörenden Hülle des Lamborghini Miura verbarg sich eine Tücke: Während die High Society den Luxus feierte, kämpften Testfahrer bei Tempo 300 ums Überleben.

Es gehört zu den meistzitierten Anekdoten der Automobilgeschichte: Ferruccio Lamborghini, ein erfolgreicher Fabrikant von Landmaschinen aus der Emilia-Romagna, der vielleicht schönsten Landschaft Italiens, beklagt sich bei Enzo Ferrari über die Kupplung seines Sportwagens. Die Antwort des Magnaten aus Maranello soll herablassend ausgefallen sein: „Lass mich Autos bauen. Du kümmere dich um deine Traktoren.“

Ob der Satz exakt so fiel, bleibt im Nebel der Markenhistorie verborgen. Sicher ist jedoch die Reaktion: Lamborghini begann kurz darauf, eigene Sportwagen zu entwickeln. Nur drei Jahre später, im März 1966, präsentierte er auf dem Genfer Autosalon den Miura – ein Auto, das die Statik der Branche verschob.

Der Miura war flach, radikal und technisch ein Bruch mit der Tradition. Während Ferrari seine Zwölfzylinder-Modelle damals überwiegend mit Frontmotor konstruierte, setzte Lamborghini auf einen quer eingebauten V12 direkt hinter den Sitzen. Dieses Mittelmotor-Konzept war zuvor fast ausschließlich im Rennsport zu finden.

Gepaart mit dem visionären Design des jungen Marcello Gandini wurde der Miura nicht nur zum Blickfang. Denn mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 290 km/h war er auch eines der schnellsten Serienautos seiner Zeit. Für viele Historiker markiert dieser Wagen die Geburtsstunde des modernen Supersportwagens.

Schnell avancierte der Miura zum ultimativen Statussymbol. Musiker und Filmstars verfielen dem Stier (dem Wappentier der Marke) aus Sant’Agata, darunter Rock-Größen wie Elton John und Rod Stewart.

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