Gebrauchtwagen-Check
An diesen Punkten scheitert der BMW 3er beim TÜV
01.08.2026 – 08:55 UhrLesedauer: 3 Min.
Hinterradantrieb, kräftige Motoren: Der 3er gilt klassischerweise auch als Spaßmaschine – kann aber natürlich mehr. Und als Gebrauchter, beim TÜV?
Dass der 3er nicht über die Maßen Kilometer frisst, kommt seiner TÜV-Bilanz zugute. Obwohl er auch oft sportlich gefahren wird – was aufs Material geht –, hält sich die Kritik auf dem Prüfstand in Grenzen. „Toller Turnschuh mit Tücken“, überschreibt der „Auto Bild TÜV-Report 2026“ das 3er-Kapitel. Heißt: Ganz fehlerfrei ist auch der Münchner Klassiker bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) nicht.
Fakten zum BMW 3er
- Modellhistorie: Die Ahnenreihe der 3er reicht in die Mitte der 1970er Jahre zurück. Die beiden hier betrachteten Generationen kamen 2011 (F30) und 2019 (G20) heraus. Der F30 wurde zum 40. Geburtstag des 3ers im Jahr 2015 gründlich geliftet. Zu den technischen Neuerungen zählte unter anderem ein Dreizylinder unter der Haube des 318i.
2016 kam erstmals ein Plug-in-Hybrid heraus. Der G20 erfuhr seine Modellpflege 2022, ein weiteres Facelift gab es zwei Jahre später. Für den Jahreswechsel 2026/27 oder etwas später wird die neue Generation erwartet. - Karosserie und Varianten: Das Stufenheck ist bei den 3ern der Klassiker, auch ein Kombi – traditionell Touring genannt – ist im Programm. Dazu gibt es vom älteren 3er die 2013 eingeführte fünftürige Fließheckversion GT (Gran Turismo). Coupé- und Cabrio-Versionen des 3ers werden als 4er vermarktet. Doch der Report nennt sie in einem Atemzug mit den anderen: Die grundlegende Technik ist die gleiche, und die aufgeführten HU-Ergebnisse gelten auch für sie. Die besonders sportlichen 3er firmieren als M3.
- Abmessungen (laut ADAC): 4,62 m bis 4,79 m x 1,81 m bis 1,90 m x 1,42 m bis 1,46 m bis (L x B x H); Kofferraumvolumen: 480 l (Stufenheck); 495 l bis 1.510 l (Kombi). Hybrid: 370 und 390 l.
- Motoren: Benziner (Drei-, Vier- und Sechszylinder, Heck- und Allradantrieb): 136 bis 550 PS; Diesel (Vier- und Sechszylinder, Heck- und Allradantrieb): 115 bis 340 PS; Hybrid (Vier- und Sechszylinder, Heckantrieb): 340 PS (Vollhybrid) und 252 PS (Plug-in-Hybrid), je Systemleistung.
Stärken
Fahrspaß ist ein Versprechen des 3er, das er selbst mit den kleineren Motoren einlöst; zugleich hat der Bayer Langstreckenqualitäten. In puncto Fahrwerk zeigen sich bei der HU laut Report vor allem die Antriebswellen als nahezu mängelfrei über alle Baujahre, niedrig sind die Beanstandungsquoten bei der Lenkanlage.
In Sachen Licht sind die Quoten ebenfalls niedrig, primär bei der hinteren Beleuchtung und den Blinkern. Bremsleitungen und -schläuche ernten ebenfalls so gut wie keine Kritik, der G20/G21 brilliert bei der Fußbremse. Zu den Abgasanlagen schreibt der Report: haltbar.
Schwächen
Gleich zur ersten, deutlicher aber bei der zweiten HU zeigt der G20/G21 Schwächen an den Achsaufhängungen. Defekte an Federn und Dämpfern ab der dritten HU sind ein Problem des Vorgängers F30/F31, der dann auch mit Mängeln an der Feststellbremse aufwartet.
Mit der Abgasuntersuchung (AU) hadert ab und an nur die ältere der betrachteten Auflagen, die auch überdurchschnittlich hohe Beanstandungsquoten an der vorderen Beleuchtung aufweist.
Pannenverhalten
Der ADAC stuft den 3er mit Blick auf seine Pannenstatistik als „zuverlässig bis sehr zuverlässig“ ein. Einziger Pannenschwerpunkt: die Motorkühlung bei Exemplaren des Erstzulassungsjahres 2019.
Händler-Verkaufswert nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) mit statistisch erwartbaren Kilometern – drei Preisbeispiele:
- BMW (F30) 316d (6/2015); 116 PS (Vierzylinder); 203.000 Kilometer; 9.068 Euro.
- BMW (G20) 320i xDrive Advantage (6/2020); 184 PS (Vierzylinder; Allrad); 87.000 Kilometer; 24.368 Euro.
- BMW (G21) 330e xDrive M Sport OPF (6/2022); 252 PS (Vierzylinder; Plug-in-Hybrid); 61.000 Kilometer; 29.725 Euro.
