Angst vor der Mittags-Abzocke
Die neue Tankregel: Eine Falle für Autofahrer?
18.03.2026 – 11:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Künftig dürfen Tankstellen einmal am Tag die Preise erhöhen. Um 12 Uhr. Die Regierung nennt das Transparenz. Fast jeder Zweite sieht darin jedoch eine Falle und rechnet mit noch höheren Preisen.
Die Bundesregierung will die Spritpreise zähmen. Schon bald dürfen Tankstellen die Preise nur noch einmal am Tag anheben, und zwar um Punkt 12 Uhr. Senkungen bleiben jederzeit erlaubt. Das soll zu mehr Transparenz führen und das ständige Auf und Ab der Preisanzeige eindämmen. Doch viele Autofahrer glauben nicht daran.
Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa zeigt: Drei von vier Deutschen erwarten keine Entlastung. 75 Prozent glauben nicht, dass der Literpreis durch die neue Regelung sinkt. 37 Prozent befürchten sogar, dass das Tanken noch teurer wird. Lediglich zwölf Prozent hoffen, dass sie an der Zapfsäule wirklich sparen werden.
Die Sorge dahinter: Mineralölkonzerne könnten den Preis zur Mittagszeit einfach höher ansetzen und ihn dann bis zum Abend oben lassen.
Ganz wirkungslos bleibt die Regel nicht: 40 Prozent rechnen damit, dass die neue Vorgabe die Preispolitik der Tankstellen durchschaubarer macht. Wer mittags auf die Anzeigetafeln schaut, weiß dann, woran er ist.
Doch Transparenz allein füllt keinen Tank. Die neue Regel macht das teure Autofahren höchstens berechenbarer. Billiger macht sie es laut Umfrage nicht.
Die Spritpreisdebatte trifft auf eine ohnehin nervöse Stimmung. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs sind die Kosten an den Tankstellen spürbar gestiegen. Das bleibt nicht ohne Folgen.









