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Home » Fast 1,7 Millionen Menschen in einem Jahr gestorben
Gesundheit

Fast 1,7 Millionen Menschen in einem Jahr gestorben

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 9, 2026
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Häufigste vermeidbare Todesursache

Rauchen schadet Milliarden Nichtrauchern


Aktualisiert am 09.09.2026 – 13:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Gefahr durch Tabak: Auch Passivrauchen gilt als gesundheitsgefährdend. (Quelle: RealPeopleGroup/getty-images-bilder)

Mehr als 2,7 Milliarden Menschen weltweit leiden unter Passivrauchen, darunter viele Kinder. Millionen Todesfälle könnten durch besseren Schutz verhindert werden.

Rauchen gilt als die häufigste vermeidbare Todesursache. Unter den geschätzt acht Millionen Menschen, die im Jahr 2023 weltweit an den Folgen von Tabakrauch starben, waren der Studie zufolge auch viele Nichtraucherinnen und Nichtraucher, die Passivrauch ausgesetzt waren. Passivrauchen trug demnach zu 1,66 Millionen vorzeitigen Todesfällen bei, wie aus der am Dienstag im britischen Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichten Studie hervorgeht.

Insgesamt waren 2023 geschätzt 2,7 Milliarden Menschen Passivrauch ausgesetzt, davon auch 767 Millionen Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren.

Passivrauchen schadet der Gesundheit vielfältig

Besonders häufig wurde in der Studie eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels, bei der das Herz nicht mehr genug Sauerstoff bekommt, als Todesursache festgestellt. Insgesamt kann längeres Passivrauchen aber auch das Risiko für Lungenkrebs, Brustkrebs, koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle erhöhen. Eine neue Analyse der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommt außerdem zu dem Schluss, dass Passivrauchen die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen könne.

Bei Kindern trug die Belastung durch Passivrauchen 2023 zu rund 5,2 Millionen Atemwegsinfektionen bei. Darüber hinaus kann Passivrauch bei Kindern Mittelohrentzündungen begünstigen und bei Kleinkindern sogar die gesunde körperliche Entwicklung stören.

In der Studie heißt es: „Die Belastung durch Passivrauchen ist weltweit als Gesundheitsrisiko anerkannt, wobei es keine sichere Dosis für das Einatmen gibt.“ Dadurch, dass bereits sehr niedrige Konzentrationen schädlich sind, schlussfolgern Experten überdies, dass auch im Freien eine Belastung durch Passivrauchen besteht, nicht nur in geschlossenen Räumen.

Die Studie basiert auf Daten aus 204 Ländern und Territorien im Zeitraum von 1990 bis 2023. Die Daten stammen aus einer Datenbank der US-Gesundheitsinstitute (NIH) sowie Befragungen.

Wie entsteht Passivrauch?

Passivrauch entsteht aus dem sogenannten Nebenstromrauch und dem Hauptstrom. Der Nebenstrom wird beim Rauchen einer Zigarette nicht vom Raucher selbst eingeatmet, sondern gelangt ungefiltert in die Luft. Beim Hauptstromrauch handelt es sich um den Rauch, den der Raucher erst ein- und dann wieder ausatmet. Der ungefilterte Nebenstromrauch gilt als besonders schädlich. Die giftigen und krebserregenden Stoffe sind deutlich stärker konzentriert als im Hauptstromrauch. Und: Die feinen Rauchpartikel sammeln sich an Vorhängen, Decken, Wänden und anderen Gegenständen und belasten als „kalter Rauch“ die Umgebungsluft, auch wenn gar nicht mehr geraucht wird.

Forscher fordern mehr Nichtraucherschutz

Obwohl der Anteil der Raucher seit 1990 weltweit rückläufig ist, ist die absolute Zahl der Menschen, die Tabakrauch ausgesetzt sind, stabil geblieben: Als Grund wird in der Studie das Bevölkerungswachstum genannt. In Ländern in Afrika und im Nahen Osten stieg die Zahl der Betroffenen deshalb weiter an.

Frauen sind der Studie zufolge überproportional stark von Passivrauchen betroffen, insbesondere in Weltregionen, in denen nur wenige Frauen selbst rauchen. Trotz dieser erheblichen Belastung werde Passivrauchen bisher kaum „als bedeutender Risikofaktor für die Gesundheit von Frauen“ eingeschätzt, heißt es in der Studie.

Um Abhilfe zu schaffen, fordern die Studienautoren mehr Nichtraucherschutzgesetze. Um Frauen und Kinder besser vor Passivrauchen zu schützen, müssen demnach sowohl in öffentlichen als auch in privaten Räumen wirksame Maßnahmen ergriffen werden.

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