Familie in großer Sorge

Deutscher Familienvater kehrt nicht aus Türkei-Urlaub zurück


Aktualisiert am 25.08.2026 – 17:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Alte Ruinen in der Türkei (Symbolbild): Ein 46-Jähriger aus Deutschland wurde nach Angaben seines Bruders inhaftiert. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Alina Kandybka/imago)

Ein Türkei-Urlaub endet für eine Familie aus Ulm katastrophal: Der Vater ist in Haft – und ihm drohen massive Konsequenzen.

Ein Familienvater aus Ulm ist während eines Türkei-Urlaubs verhaftet worden. Das berichten „Südwestpresse“ und SWR übereinstimmend unter Berufung auf die Familie des Ulmers.

Der 46-jährige Ferdi Soylu war den Angaben zufolge mit seiner Familie in die Türkei geflogen, um seine Eltern zu besuchen und Urlaub zu machen. Doch bei der Einreise sei ihm auferlegt worden, sich bei der Staatsanwaltschaft in Ankara zu melden. Als er das getan habe, sei er verhaftet worden, berichtet der Bruder des 46-Jährigen.

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Inzwischen sei der Ulmer Familienvater in Haft. Der Vorwurf: Er sei Mitglied in einer terroristischen Vereinigung. Konkret gehe es um eine Mitgliedschaft im Ulmer Verein Feza, berichtet der SWR. Dieser soll der Gülen-Bewegung nahestehen, die in der Türkei als Terrororganisation eingestuft ist.

Die Gülen-Bewegung ist ein religiös-soziales Netzwerk, das sich in den 1980er-Jahren zu einer der einflussreichsten muslimischen Bewegungen der Türkei entwickelte. Die Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdoğan macht die Gülen-Bewegung und ihren Vordenker Fethullah Gülen für den gescheiterten Militärputsch im Jahr 2016 verantwortlich.

Festnahme im Türkei-Urlaub: Auswärtiges Amt reagiert

Der Bruder schilderte dem SWR, Soylu sei keinesfalls Mitglied des Vereins gewesen, er habe dort lediglich seine Tochter zur Nachhilfe hingeschickt, und das auch schon vor 14 Jahren. Sein Bruder sei in der Vergangenheit mehrmals ohne Probleme in die Türkei ein- und auch wieder ausgereist.

Laut dem SWR-Bericht hat sich inzwischen der Grünen-Bundestagsabgeordnete Marcel Emmerich in den Fall eingeschaltet. Dieser habe Kontakt mit dem Auswärtigen Amt und der Deutschen Botschaft aufgenommen. Er forderte ein „rechtsstaatliches und faires Verfahren“, erklärte Emmerich dem SWR.

t-online bat das Auswärtige Amt in Berlin um Stellungnahme, hat kurzfristig zunächst aber keine Rückmeldung zu dem Fall erhalten.

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