Einnahmen für Regionen

Ministerin kündigt Touristensteuer für England an

Aktualisiert am 11.09.2026 – 00:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Briten planen eine Übernachtungssteuer in England. (Archivbild) (Quelle: Hannah Mckay/epa/dpa-tmn/dpa-bilder)

England könnte bald eine Übernachtungsabgabe für Touristen einführen. Die Einnahmen sollen in den Regionen bleiben – doch nicht alle sind einverstanden.

Die britische Regierung will Regionalbürgermeistern in England das Recht einräumen, eine Abgabe auf Hotelübernachtungen zu erheben. Wohnungsbauministerin Angela Rayner hat die Pläne den Bürgermeistern vorgestellt, wie die Nachrichtenagentur PA berichtet. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf will die Regierung demnächst ins Parlament einbringen.

Die Abgabe soll als prozentualer Aufschlag auf den Übernachtungspreis berechnet werden. Wie hoch sie ausfällt, entscheiden die jeweiligen regionalen Verantwortlichen selbst. Eine landesweite Obergrenze ist nicht vorgesehen.

  • Andere Städte wollen folgen: Europäische Hauptstadt führt Touristensteuer ein
  • Zweithöchste Abgabe Europas: Wien erhöht Touristensteuer deutlich

In Regierungskreisen wird laut PA allerdings davon ausgegangen, dass die Abgabe in den meisten Fällen nur wenige Prozent betragen dürfte. Die zehn Labour-Bürgermeister, darunter Londons Bürgermeister Sadiq Khan, versicherten laut PA, die Abgabe unter fünf Prozent des Übernachtungspreises halten zu wollen.

Tourismusunternehmen sind skeptisch

Ziel der Maßnahme ist es, lokalen und regionalen Entscheidungsträgern mehr finanzielle Spielräume zu verschaffen. Die Einnahmen sollen in den jeweiligen Regionen verbleiben und dort etwa in Infrastruktur und Verkehr fließen. Rayner sagte britischen Medien zufolge: „Diese Maßnahme gibt den Bürgermeistern die Möglichkeit, Gelder dort zu beschaffen und zu reinvestieren, wo sie am dringendsten benötigt werden“.

Vertreter der Hotel- und Tourismusbranche stehen den Plänen skeptisch gegenüber. Allen Simpson, Chef des Branchenverbands UKHospitality, befürchtet, dass Urlauber durch die Abgabe weniger Geld zur Verfügung haben könnten.

In Schottland ist das bereits möglich. Seit Ende Juli müssen Übernachtungsgäste in der Stadt Edinborough einen Aufschlag von fünf Prozent auf den Übernachtungspreis zahlen. Bei einem Hotelpreis von 100 Pfund werden somit fünf Pfund (5,83 Euro) pro Nacht fällig, bei 200 Pfund sind folglich zehn Pfund an Tourismussteuer zu zahlen. Die Abgabe ist allerdings auf fünf Nächte beschränkt. Bei einem Übernachtungspreis von 100 Pfund fallen somit maximal 25 Pfund Tourismussteuer an.

Share.
Exit mobile version