Amokfahrt in Leipzig

Ex von Jeffrey K. meldet sich – und erhebt Anschuldigungen

13.05.2026 – 11:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Tatort der Amokfahrt in Leipzig (Archivbild): Die Ex-Frau des Tatverdächtigen kritisiert Teile der Berichterstattung. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-bilder)

Ein Autofahrer rast durch eine Einkaufsstraße, mehrere Menschen sterben. Jetzt hat sich die Ex-Partnerin des mutmaßlichen Täters zum ersten Mal öffentlich geäußert – und drückt ein Bedauern aus.

Mehr als eine Woche nach der tödlichen Amokfahrt in Leipzig haben sich die Ex-Frau des mutmaßlichen Täters und ihre Familie am Dienstag erstmals öffentlich geäußert – und dabei die Behörden scharf kritisiert. In einer schriftlichen Stellungnahme, die dem MDR und der „Leipziger Zeitung“ vorliegt, schildert sie ihre Erfahrungen mit den Behörden.

In dem Schreiben heißt es: „Es gab Anzeigen, Gespräche mit Behörden und wiederholte Versuche, Hilfe zu erhalten, um eine weitere Eskalation zu verhindern.“ Trotzdem sei nichts geschehen. Sie und ihre Familie hätten das Gefühl gehabt, mit der eskalierenden Situation weitgehend allein gelassen worden zu sein.

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Zusätzlich belaste die Familie, dass vertrauliche Details inzwischen öffentlich kursierten, obwohl sie selbst nie damit an die Öffentlichkeit gegangen sei. Auch, dass Informationen offenbar aus Behörden nach außen gelangten, kritisiert die Familie ausdrücklich.

Das sächsische Innenministerium wies die Vorwürfe zurück. Die Polizei habe den Vorgang seit der ersten Kontaktaufnahme angemessen und sensibel gehandhabt, erklärte Ministeriumssprecher Martin Strunden dem MDR. Unterstützungsangebote würden weiterhin unterbreitet, jedoch aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes vertraulich behandelt.

Behörden rücken in den Fokus der Ermittlungen

Am 4. Mai 2026 soll der 33-jährige Jeffrey K. mit einem Pkw durch die Fußgängerzone in der Grimmaischen Straße in Leipzig gefahren sein. Zwei Menschen kamen ums Leben, weitere wurden teils schwer verletzt. Der Beschuldigte sitzt auf richterliche Anordnung in einer psychiatrischen Klinik. Es gebe Hinweise auf eine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt – das bestätigte auch sein Anwalt.

Ob die Behörden im Vorfeld ausreichend miteinander kommunizierten, ist inzwischen die zentrale politische Frage. Jeffrey K. soll die Tat konkret angedeutet haben und war kurz zuvor in stationärer Behandlung. Die Politik kündigte umfangreiche Aufklärung an.

Die Familie appellierte abschließend an Medien und Öffentlichkeit, die Privatsphäre der Ex-Frau und des gemeinsamen Kindes zu schützen. Weitere öffentliche Erklärungen werde sie nicht abgeben.

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