„Absoluter Idiot“
Ex-Trainer geht auf Welt- und Europameister los
13.05.2026 – 19:43 UhrLesedauer: 2 Min.
2010 rebelliert die französische Nationalmannschaft wegen einer Entscheidung des Verbandes. Jahre später bringt ein Tagebuch interessante Einschätzungen ans Licht.
Der ehemalige französische Nationaltrainer Raymond Domenech hat Thierry Henry und viele weitere Spieler übelst beleidigt. Das geht aus einem Tagebuch hervor, das der mittlerweile 74-Jährige im Laufe der Weltmeisterschaft 2010 geschrieben hatte.
Dieses Tagebuch hat der ehemalige Trainer nun dem Streamingdienst Netflix für eine Doku zur Verfügung gestellt. Thema des Films: Der Streik der französischen Nationalspieler während der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Damals war Stürmer Nicolas Anelka während des Turniers aus dem Kader gestrichen worden, weil er Trainer Domenech in der Halbzeitpause bei der Pleite gegen Mexiko (0:2) beleidigt hatte.
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Seine Teamkollegen hatten im Anschluss das Training verweigert, allen voran Kapitän Patrice Evra – ein großer Eklat. Frankreich schied letztlich mit nur einem Punkt als Gruppenletzter aus dem Turnier aus.
Die englische „Dailymail“ hat Auszüge des Films bereits gesehen und zitiert aus dem Tagebuch Domenechs. Demnach urteilte der Trainer sehr hart über seine Spieler. Domenech, der stark an die Astrologie glaubte, bezeichnete Welt- und Europameister Thierry Henry aufgrund seines Geburtstags im August als „banal selbstbezogenen Löwen“.
„Manchmal überkommt mich ein regelrechter Hass“
Domenech nannte Anelka „Vollidioten.“ Den damaligen Bordeaux-Star Yoann Gourcuff nahm er als „zuerst leicht autistisch, dann ein absoluter Schwachkopf“ wahr. Und auch Verteidiger William Gallas bekam eine Beurteilung: „Ständig schmollt er, das werde ich nicht mehr lange dulden.“
Über die ganze Mannschaft schrieb er im Sommer 2010: „Manchmal überkommt mich ein regelrechter Hass auf diese Idioten.“ Sarkastisch fügte er im Blick auf die erfolglosen Spiele zum Streik hinzu: „Das ist eure beste Kollektivleistung.“
Lange musste sich Domenech nach der WM nicht mehr mit den Profis auseinandersetzen. Wegen Erfolglosigkeit und mehrerer Vorwürfe rund um den Umgang mit dem Spielerstreik wurde er nach der WM gekündigt.










