Vor WM im eigenen Land
Ex-96-Kapitän Cherundolo sorgt sich um seine Heimat
09.03.2026 – 19:49 UhrLesedauer: 2 Min.
96-Ikone Steven Cherundolo verfolgt die Entwicklungen in den USA mit Sorge. Vor der Heim-WM spricht der Ex-Nationalspieler über Politik und Fußball.
Steven Cherundolo ist eine der prägenden Figuren der jüngeren Vereinsgeschichte von Hannover 96. Der US-Amerikaner spielte von 1999 bis 2014 für die Niedersachsen, absolvierte mehr als 400 Pflichtspiele und führte den Klub lange als Kapitän an.
Sein Heimatland verfolgt er weiterhin genau – und blickt dabei angespannt auf die politische Situation in den USA. „Ich mache mir große Sorgen, das vergangene Jahr war nicht einfach“, sagte Cherundolo im Gespräch mit t-online. „Es geht nie gut aus, wenn eine Gesellschaft so gespalten, so polarisiert ist. Es ist bitter nötig, dass unsere Politiker die Menschen wieder zusammenführen.“
Im Sommer richten die USA gemeinsam mit Kanada und Mexiko die Fußball-Weltmeisterschaft aus. Einen Anlass, das Turnier zu boykottieren, sieht Cherundolo nicht: „Ja, das Drumherum spielt keine Rolle. Es ist ein Sportevent, keine Politik. Ich sehe keinen Grund, warum das Turnier kein großer Erfolg werden sollte.“
Gleichzeitig räumte er ein, dass aktuell noch vieles unklar sei – etwa bei möglichen Einreisebeschränkungen für Fans oder Teilnehmer wie den Iran. „Ich bin kein Experte für die Ein- und Ausreise, da muss ich mich zurückhalten. Keiner weiß momentan so recht, wie genau das ablaufen wird.“
Ob sich Spieler politisch äußern sollten oder nicht, das sei für den 47-Jährigen eine individuelle Entscheidung. „Pauschal darf niemandem ein Maulkorb verpasst werden, es darf aber auch niemand zum öffentlichen Positionieren gezwungen werden“, sagte er. Der Fokus müsse auf dem Sport liegen.
Cherundolo hofft auf eine ähnliche Begeisterung wie bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland: „Wir wollen hier das erleben, was Deutschland bei der WM 2006 im eigenen Land erlebt hat. Das mit anderen Themen zu zerstören, wäre schade.“ Sein Wunsch für die USA: „Mit Euphorie und einem Lauf schaffen wir das Viertelfinale.“










