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Die Finanzminister der Europäischen Union erwägen die Begrenzung der Ölpreise oder die Besteuerung unerwarteter Gewinne, während sie eine koordinierte Reaktion auf die steigenden Energiekosten angesichts der durch den Krieg im Iran verursachten steigenden Erdgas- und Ölpreise abwägen.
Analysten warnen, dass weitere Preissteigerungen ein Echo der Energiekrise im Jahr 2022 sein könnten.
EU-Beamte bestehen darauf, dass der Block besser vorbereitet sei als im Jahr 2022, als der Einmarsch Russlands in die Ukraine zu schwerwiegenden Energieengpässen führte. Sie verweisen auf eine erhöhte inländische Produktion sauberer Energie und eine stärkere Infrastruktur.
Aufgrund der unvorhersehbaren Dauer des Konflikts bleibt die Unsicherheit jedoch weiterhin hoch. Beamte warnen außerdem, dass der „finanzielle Handlungsspielraum der EU begrenzter als zuvor“ sei, da die Verteidigungsausgaben gestiegen seien.
Trotz der Bemühungen, die Lieferungen seit 2022 zu diversifizieren, bleibt Europa globalen Schocks ausgesetzt und muss auf erneute Volatilität vorbereitet sein, auch wenn die Situation nicht zu einer umfassenden Krise führt, sagten Beamte.
Nach einem Ministertreffen am Donnerstag in Brüssel sagte Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis, dass „das Ausmaß, die Schwere und die Auswirkungen“ des Krieges in den letzten zwei Wochen zugenommen hätten.
Er verwies auf die Schließung der Straße von Hormus und Angriffe auf die Energieinfrastruktur, die dazu geführt hätten, dass Brent-Rohöl auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen sei und die Erdgaspreise in die Höhe getrieben hätten.
„Das Schlüsselproblem ist die Dauer und Intensität der Krise, da diese das Ausmaß des Energieschocks bestimmen werden (…). Unsere gemeinsame Hoffnung ist eine Deeskalation und die Vermeidung größerer Störungen der Energieinfrastruktur“, sagte Eurogruppenpräsident Kyriakos Mihrakakis.
Pierre Gramegna, Geschäftsführer des Europäischen Stabilitätsmechanismus, warnte: „Selbst wenn der Konflikt morgen enden würde, würden die Folgen noch lange nachwirken.“
Der „Werkzeugkasten“ der EU zur Bewältigung steigender Preise wird diskutiert
Die Minister diskutierten mögliche koordinierte Maßnahmen auf der Grundlage einer Mitteilung der Europäischen Kommission vom 26. März, die Euronews eingesehen hatte, in Anwesenheit des Chefs der Internationalen Energieagentur Fatih Birol, der vor einer Energiekrise gewarnt hat, die schlimmer als in den 1970er Jahren sein könnte.
Während die langfristigen Auswirkungen des Iran-Konflikts bewertet werden, fordert die Kommission die Mitgliedstaaten auf, den Übergang zu sauberer Energie zu beschleunigen. Als Beispiele werden Spanien und Portugal genannt, da sie der Preisvolatilität im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien geringer ausgesetzt sind.
Dem Vermerk zufolge machten erneuerbare Energien im Jahr 2025 rund 48 % des Strommixes der EU aus, gegenüber 36 % im Jahr 2021, angetrieben durch Wind- und Solarenergie. Im gleichen Zeitraum sank der Anteil fossiler Brennstoffe von 34 % auf 26 %.
„Europas Energiewende ist ein strategisches Ziel, und keine kurzfristige Krise wird uns davon abbringen“, sagte Dombrovskis.
Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten außerdem auf, die Gas- und Ölnachfrage zu drosseln, und wiederholt damit eine IEA-Warnung vom 20. März, einen Tag nachdem die EU-Staats- und Regierungschefs „gezielte und vorübergehende“ Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise angekündigt hatten.
Brüssel hat betont, dass solche Maßnahmen kurzfristig und erschwinglich bleiben sollten, um langfristige finanzielle Belastungen zu vermeiden.
In der Mitteilung wird außerdem eine gezielte Unterstützung der am stärksten betroffenen Haushalte und Unternehmen anstelle umfassender Subventionen empfohlen, die zu Marktverzerrungen und einer Belastung der öffentlichen Finanzen führen könnten.
Um eine Wiederholung fragmentierter nationaler Reaktionen wie in früheren Krisen zu vermeiden, drängt die Kommission auf eine Koordinierung auf EU-Ebene, die durch bestehende Instrumente wie Einnahmen aus dem Kohlenstoffmarkt oder Windfall-Steuern und nicht durch die Aufnahme neuer Kredite finanziert wird.
In den kommenden Wochen wird die Kommission voraussichtlich niedrigere Steuersätze für Strom und Maßnahmen vorschlagen, um sicherzustellen, dass Strom weniger stark besteuert wird als fossile Brennstoffe. Darüber hinaus werden Pläne zur Modernisierung des EU-Kohlenstoffmarkts dargelegt, einschließlich Aktualisierungen der Benchmarks für die kostenlose Zuteilung und einer stärkeren Marktstabilitätsreserve zur Begrenzung der Preisvolatilität.










