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Home » EU macht kleine Online-Pakete ab November teurer
Wirtschaft

EU macht kleine Online-Pakete ab November teurer

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 3, 2026
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Ab November

EU verschärft Regeln für kleine Pakete


Aktualisiert am 03.09.2026 – 15:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Kleine Pakete auf einem Förderband: EU-Gebühr ab November könnte Billig-Bestellungen verteuern. (Quelle: baranozdemir)

Ab November könnte der Einkauf bei internationalen Plattformen wie Shein oder AliExpress teurer werden – die EU plant eine überraschende Maßnahme.

Im Kampf gegen die massenhafte Einfuhr von Billigprodukten in die EU soll eine Bearbeitungsgebühr für kleine Pakete fällig werden. Ab dem 1. November soll die neue Abgabe für im Internet bestellte und in die EU eingeführte Produkte gelten und von den nationalen Behörden erhoben werden, wie die EU-Mitgliedstaaten mitteilten.

Darauf hatten sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Länder im März verständigt. Das Parlament muss nun noch formell zustimmen, damit dies in Kraft treten kann. Die EU-Kommission muss noch die Höhe der Gebühr festlegen.

Milliarden Pakete aus China – Kosten könnten Käufer treffen

Die neuen Regeln dürften Online-Händler wie Shein, Temu, AliExpress oder auch Amazon betreffen. Im Jahr 2025 wickelten die europäischen Zollämter nach Angaben der EU-Staaten rund sechs Milliarden Pakete von Online-Händlern ab – 90 Prozent davon aus China.

Die Abgabe soll die steigenden Kosten durch die wachsende Zahl kleiner Sendungen aus dem Online-Handel decken, etwa die Sichtung und Kontrolle bei der Einfuhr. Für die Zahlung sind nach Angaben der EU-Staaten die Online-Handelsplattformen zuständig – nicht etwa die Endverbraucher in Europa.

Allerdings ist durchaus möglich, dass die zusätzlichen Kosten am Ende doch beim Endverbraucher landen, auch wenn die Vorgaben dies anders vorsehen. Da die genaue Höhe der Gebühr durch die EU-Kommission noch nicht feststeht, lässt sich die finale Belastung für die Käufer derzeit schwer beziffern. Bleibt die Abgabe im Cent-Bereich, könnten die finanzstarken Handelsriesen die Kosten vorerst schlucken, um ihre Marktanteile in Europa nicht zu gefährden.

Sollte die Gebühr jedoch spürbar höher ausfallen, wäre zu vermuten, dass die Plattformen die Belastung über Umwege an die Kundschaft weitergeben. Naheliegend wären in diesem Fall minimale Preisanpassungen bei den Produkten, neue Servicepauschalen beim Bezahlvorgang oder angehobene Mindestbestellwerte für den kostenlosen Versand.

Zoll seit Juli auch auf billige Ware

Seit Juli wird unabhängig von der neuen Bearbeitungsgebühr für kleine Pakete auch auf günstige Waren aus dem Ausland Zoll fällig. Pro Warengruppe in der Sendung werden pauschal drei Euro berechnet. Dafür sind eigentlich die Verkäufer oder Importeure verantwortlich. Manche Händler reichen die Zollpauschale aber an die Verbraucher weiter, die nun mehr zahlen müssen.

Europaweite Daten, wie sich die Paketzahlen seitdem verändert haben, liegen noch nicht vor. In Frankreich sank die Einfuhr kleiner Pakete seit Juli um bis zu 40 Prozent, wie das französische Wirtschaftsministerium Ende August mitteilte.

Die neue Bearbeitungsgebühr, die nun von den EU-Staaten bestätigt wurde, ist Teil einer größeren Zollreform. Weitere Maßnahmen sollen dafür sorgen, den globalen Handel zu erleichtern, Zölle effizienter zu erheben und die Kontrollen von nicht konformen, gefährlichen oder unsicheren Waren zu verschärfen, wie die EU-Länder mitteilten. Unter anderem entsteht eine neue EU-Zollbehörde, die 2027 in Lille ihre Arbeit aufnehmen soll.

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