Verkehrsminister mit scharfer Kritik
Stuttgart 21 verzögert sich wohl noch weiter – Bahn schweigt
Aktualisiert am 26.02.2026 – 16:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Stuttgart 21 wird wohl noch später fertig als zuletzt befürchtet. Laut einer SWR-Recherche ist eine Teileröffnung frühestens 2029 realistisch.
Die vollständige Inbetriebnahme des Bahnprojekts Stuttgart 21 wird sich nach Informationen des SWR um mehrere Jahre verschieben. Eine Teileröffnung könnte demnach frühestens 2029 erfolgen, die komplette Inbetriebnahme nicht vor 2030. Das im Jahr 2010 gestartete Bauprojekt sollte ursprünglich 2019 abgeschlossen sein, zuletzt hatte die Bahn den Dezember 2026 ins Auge gefasst, diesen Termin allerdings wieder abgeräumt. Einen neuen Eröffnungstermin gibt es offiziell nicht.
Wie der Südwestrundfunk (SWR) unter Berufung auf mehrere Insider berichtet, werde die größte Baustelle Deutschlands deutlich länger bestehen bleiben als bislang geplant. Demnach habe der SWR entsprechende Angaben aus Kreisen der Projektpartner, der Bahnindustrie und des Bahnkonzerns bestätigt bekommen. Auf t-online-Anfrage erklärte eine Sprecherin der Bahn: „Zu den von Ihnen genannten Spekulationen äußern wir uns nicht. Es bleibt dabei: Die Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH ist damit beauftragt, bis spätestens Mitte 2026 ein neues Inbetriebnahmekonzept für S21 zu erarbeiten und mit allen Projektpartnern verbindlich abzustimmen.“
Als Gründe für die Verzögerungen werden unter anderem Personalabbau bei beteiligten Firmen, längere Testläufe, fehlendes Abnahmepersonal sowie fehlerhaft installierte technische Anlagen genannt. Ein zentraler Faktor sei zudem die Digitalisierung der Schiene. Projektbeteiligte betonten laut SWR jedoch, die Verzögerungen lägen nicht an der Technik selbst, sondern am Umgang mit ihr. Die Deutsche Bahn habe die Digitalisierung bundesweit gestoppt, Stuttgart 21 sei derzeit das einzige Pilotprojekt. Unternehmen wie Hitachi müssten die digitale Steuerungstechnik zunächst entwickeln. Zugleich habe die Bahn ihre Abteilung für digitale Entwicklung eingestellt. Weniger Personal führe zu längeren Abläufen und höheren Kosten, heißt es in dem Bericht.
Hinzu kämen laut den Insidern Managemententscheidungen im Bahnkonzern und bei der DB InfraGo. Abnahmeprüfer seien stark mit Generalsanierungen ausgelastet. Außerdem würden die Testläufe umfangreicher ausfallen als ursprünglich geplant.










