Schönwettergarantie
Wenn es regnet, klingelt die Urlaubskasse
25.04.2026 – 11:35 UhrLesedauer: 4 Min.
Schlechtes Wetter kann die Stimmung im Urlaub merklich drücken. Spezielle Versicherungen bieten Schutz – doch lohnt sich dieser wirklich?
Endlich Urlaub. Das ganze Jahr haben Sie darauf gespart und dem Abreisedatum entgegengefiebert. Und dann: Dauerregen statt Sonne satt. Ob der Urlaub schön oder ein Reinfall wird, hängt für viele Menschen vom Wetter ab. Präferiert werden dabei in der Regel sonnige Tage. Nicht ohne Grund werben Urlaubsanbieter in ihren Katalogen mit strahlend blauem Himmel. Aber: Garantieren können sie diesen nicht.
Allerdings können sich Urlauber gegen regnerische Tage mittlerweile absichern. Spezielle Versicherungen bieten Entschädigungen, wenn der Urlaub ins Wasser fällt. Das grundlegende Prinzip: Regnet es am Urlaubsort, bekommt der Urlauber Geld.
Erst Dürre-, dann Regenversicherungen
Seit 2019 bietet Nikolaus Haufler über sein Unternehmen Wetterheld spezielle Regenversicherungen an. Urlauber standen für den Hamburger dabei zunächst nicht im Fokus. „Ursprünglich wollten wir Freiluftveranstaltungen versichern“, erklärt Haufler im Gespräch mit t-online. Die Idee sei ihm auf dem Hamburger Dom gekommen, einem regelmäßig auf dem Hamburger Heiligengeistfeld stattfindenden Volksfest. „Die Schausteller haben sich so über den starken Regen und die damit verbundenen Umsatzeinbußen beschwert, dass wir mit unserer Versicherung zuerst sie im Blick hatten“, erzählt Haufler.
Die Corona-Pandemie machte dem Geschäftsmodell einen Strich durch die Rechnung: Alle Freiluftveranstaltungen waren abgesagt. Haufler schwenkte um, versicherte Landwirte gegen Dürre. Seit 2023 können sich nun auch Urlauber gegen Wetterkapriolen versichern.
Acht Regentage: 800 Euro Entschädigung
Die Versicherung funktioniert so: Wer etwa über Pfingsten vom 22. bis 29. Mai nach Faro an die portugiesische Algarve fliegt, zahlt für seine Wetterversicherung insgesamt 41,50 Euro – das sind rund 5 Euro pro Tag. Regnet es an einem dieser Tage, bekommt der Urlauber eine Entschädigung zwischen 50 und 300 Euro – die Höhe lässt sich dabei frei festlegen.
Regnet es acht Tage am Stück, bekommt der Versicherungsnehmer bei einer Entschädigungssumme von 100 Euro folglich 800 Euro ausgezahlt. Als Regentag wertet das Unternehmen dabei Tage, an denen es in einer bestimmten Uhrzeit (meistens von 10 bis 18 Uhr) eine bestimmte Menge Niederschlag fällt. Im vorliegenden Beispiel wären das mehr als 1,9 Milliliter. Das ist etwa der Fall, wenn es für 35 bis 90 Minuten leicht regnet. Doch auch wenn die festgelegte Regenmenge durch einen kurzen Wolkenbruch erreicht wird, gibt es Geld.
Entscheidend für eine Auszahlung ist nicht nur die Regenmenge, sondern auch der Ort, an dem der Regen fällt. Beim Vertragsschluss teilt Wetterheld den Kunden genaue GPS-Daten mit. Diese markieren den Versicherungsort. Nur wenn die vertraglich vereinbarten Regenmengen genau dort verzeichnet werden, greift die Versicherung.
Wetterschutz für die ganze EU
Die Höhe der Versicherungsprämien kalkuliert Haufler mittels historischer Wetterdaten. Anhand dieser lässt sich genau nachvollziehen, wie häufig es in den vergangenen 30 Jahren vor Ort geregnet hat, wie hoch folglich das Niederschlagsrisiko ausfällt. „Entsprechend hängen die Preise auch vom Zeitpunkt der Reise ab. Im November ist die Regenversicherung für Mallorca teurer als im Juli“, sagt Haufler. Versicherbar sei jedoch nahezu jeder Ort in der Europäischen Union (EU).










