In seiner Amtszeit als Minister
Erhielt Spahn bei Thiel privaten Preisnachlass?
06.07.2026 – 14:23 UhrLesedauer: 3 Min.

Spahns Kontakte zum Netzwerk des US-Milliardärs Peter Thiel werfen weitere Fragen auf. Das Bundesgesundheitsministerium mauert. Warum zahlte Spahn sehr viel weniger als andere Teilnehmer der diskreten Treffen?
Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) wird sich weitere Fragen zu seinen Verbindungen zum Netzwerk des US-Milliardärs Peter Thiel gefallen lassen müssen: Seit Wochen lässt das Bundesgesundheitsministerium eine Presseanfrage von t-online zu seiner Teilnahme an den sogenannten „Dialog“-Konferenzen unbeantwortet. Auch einer Schriftlichen Frage der Grünenfraktion im Bundestag weicht Spahns ehemalige Behörde nun in einem möglicherweise entscheidenden Punkt aus.
Zwar gibt sie darin an, der damalige Minister Spahn habe 2018 während einer Dienstreise nach Irland das Treffen des Thiel-Netzwerks dort besucht. Entsprechend habe das Ministerium die Reisekosten getragen, wie das RND zuerst berichtete. Ob das Treffen jedoch ein offizieller Termin in seiner Funktion als Gesundheitsminister war, lässt die Stellungnahme des Gesundheitsministeriums offen.
Auch zu dem Treffen im Folgejahr 2019 in Italien, an dem Spahn ebenfalls teilnahm, äußerte sich das Ministerium nicht. „Informationen über weitere Termine oder über die Zahlung einer Teilnahmegebühr liegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor“, heißt es in der t-online vorliegenden Antwort. Das Ministerium kündigte auch nicht an, die Informationen nachzuliefern.
Rabatt für VIPs
Die Antwort lässt die finanziellen Umstände der Konferenzen weiter in den Fokus rücken: Reiste Spahn als Privatperson zu den Konferenzen? Und erhielt dennoch einen erheblichen Preisnachlass in Höhe mehrerer Tausend Euro auf die selbst gezahlte Teilnahmegebühr?
Die Treffen der von Thiel gegründeten Organisation „Dialog“ sind nur auf Einladung zugänglich. Ihre Teilnehmerlisten werden üblicherweise streng vertraulich behandelt. Metadaten der „Dialog“-Homepage legten vor einigen Wochen jedoch nahe, dass zahlreiche internationale Prominente unter den Gästen waren.

Erst von t-online mit einer separat vorliegenden Teilnehmerliste von 2022 konfrontiert, hatte Spahn eingeräumt, zwischen 2018 und 2024 insgesamt fünf „Dialog“-Konferenzen besucht zu haben. Für die Veranstaltungen zahlen Teilnehmer in der Regel jeweils bis zu 15.000 Euro. Ein Sprecher der Unionsfraktion, der der ehemalige Bundesgesundheitsminister mittlerweile vorsitzt, gab hingegen auf Anfrage von t-online an, Spahn habe jeweils nur Teilnahmegebühren „in niedrig dreistelliger Höhe selbst getragen“.
Bekannt wie Hollywood-Größen?
Grundlage für den augenscheinlich erheblichen Preisnachlass könnte ein internes Ranking-System sein, mit dessen Hilfe die Organisatoren die Teilnehmer nach Reichtum, Bekanntheit und Mehrwert für die Konferenzen kategorisieren. Das US-Portal „Wired“ berichtete darüber unter Berufung auf interne Unterlagen. Am schlechtesten bewertete Teilnehmer zahlten demnach meist den vollen Preis – während andere durch ihren „VIP“-Status deutlich günstigere Konditionen erhielten.










