Kurz erklärt

Alles rund ums Elektroauto von A bis Z

19.05.2026 – 10:12 UhrLesedauer: 6 Min.

„Tankstelle“ für E-Autos: Aufladen ist nicht schwer, aber ein paar grundlegende Dinge sollte man schon berücksichtigen – am besten bereits vor dem Kauf. (Quelle: Sebastian Kahnert/dpa/dpa-tmn/dpa-bilder)

Frunk, One-Pedal-Driving oder Schnellladen – was bedeutet das eigentlich? Welche Begriffe rund ums E-Auto Sie kennen sollten.

Gestern Benzintank, heute Batterie – zwar wagen offenbar immer mehr Deutsche den Umstieg auf ein E-Auto. Und die Industrie macht es ihnen mit wachsenden Reichweiten, höheren Ladeleistungen und niedrigeren Preisen zunehmend leichter.

Doch müssen sich die Umsteiger nicht nur an ein neues Fahrgefühl gewöhnen, an eine gründlichere Routen- und Tagesplanung sowie an einen Alltag mit Lade- statt Zapfsäule. Sie brauchen auch einen neuen Wortschatz. Denn mit der neuen Technik halten viele neue Einheiten und Begriffe Einzug. Von A bis Z – diese Worte sollten Sie schon einmal gehört haben:

A wie Akku

Was früher der Benzintank war, ist jetzt der Akku – der Energiespeicher des Elektroautos. Aus einzelnen Zellen zusammengesetzt und crashsicher verpackt, liefert er den Strom für die E-Motoren. Je größer seine Kapazität, desto größer die Reichweite. Je höher die Ladeleistung, desto kürzer die Stopps an der Steckdose. Der Zustand des Akkus und das Laden wird vom Batteriemanagement-System überwacht.

B wie bidirektionales Laden

Immer mehr Akkus können ihre Energie nicht nur an den Antrieb abgeben, sondern über eine Steckdose auch an andere Verbraucher. Dann werden sie zur Powerbank für unterwegs. Je nach Ausstattung des Autos, nach Netzanschluss und Haustechnik können sie mit dieser Funktion daheim auch Solarstrom puffern oder bei Stromausfällen eine Notversorgung sicherstellen.

C wie CCS, das Combined Charging System

Der Schnellladestecker nach EU-Norm und der vorherrschende Anschluss an den allermeisten Ladesäulen. Alternativ gibt es bei einigen Herstellern noch den Standard Chademo und bei älteren Tesla-Modellen einen eigenen Anschluss, der noch aus Zeiten des exklusiven Ladenetzwerks (die sogenannten Supercharger) rührt.

D wie DC oder Gleichstrom

Während in den Leitungen zu Hause Wechselstrom fließt, werden die großen öffentlichen Lader meist mit Gleichstrom betrieben. Erst das ermöglicht das sogenannte Schnellladen.

E wie Elektromotor

Er ist das Herzstück des Antriebs und erzeugt mit rotierenden Magnetfeldern die Bewegung, die dann übers Getriebe auf die Räder übertragen wird. Es gibt permanenterregte Synchronmaschinen (PSM) und fremderregte Asynchronmaschinen (ASM).

Vorteile der PSM sind eine höhere Leistungsdichte und ein höherer Wirkungsgrad, dafür kosten sie mehr und brauchen Seltene Erden. Eine ASM ist robuster, preiswerter und hat einen Freilauf bei Abschaltung.

Verglichen mit Verbrennern sind E-Motoren nicht nur effizienter, sondern auch kleiner, leichter und in der Regel deutlich stärker. Während es bei Bugatti einen 16-Zylinder für Leistungen über 1.000 PS brauchte, sind solche Leistungen bei Elektroautos mittlerweile keine Seltenheit mehr.

F wie Frunk

Dort, wo konventionelle Autos den Motor haben, ist bei E-Autos oft Platz für ein zweites Staufach. Das heißt Frunk (aus „Front“ und dem englischen Wort für Kofferraum „Trunk“) und fasst je nach Modell nur das Ladekabel oder eine ganze Reisetasche. Streng genommen gibt es den Frunk nicht nur bei E-Autos, sondern auch bei manchen Sportwagen mit Heckmotor.

G wie Grünstrom

So nennen viele Energieversorger Strom aus nachhaltiger Produktion wie Wind- oder Solarenergie und Wasserkraft.

H wie High Power Charging oder Schnellladen

Im Ringen um möglichst kurze Ladezeiten setzt die Industrie auf sogenannte High Power Charger, die besonders hohe Leistungen bringen. Anfangs erreichten sie Werte über 150 kW. Mittlerweile schaffen die besten bis zu 600 kW und Hersteller wie BYD oder Mercedes-Ableger AMG haben bereits sogenannte Megawatt-Lader mit vierstelligen Ladeleistungen angekündigt. Sie sollen in wenigen Minuten Energie für 500 und mehr Kilometer bringen.

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