Test mit 22 Stromern

Nicht nur die Reichweite: Das zählt beim E-Auto wirklich


23.09.2026 – 12:05 UhrLesedauer: 3 Min.

Tesla Model Y: Im Test punktete es mit einem niedrigen Verbrauch. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Manuel Kamuf/imago)

22 Elektroautos treten zu einer 230 Kilometer langen Testfahrt an. Am Ende zeigt sich: Bei einer Disziplin liegen zwischen den Modellen große Unterschiede.

Wie weit kommt ein Elektroauto mit einer Akkuladung? Für viele Käufer dürfte diese Zahl noch immer zu den wichtigsten Angaben im Datenblatt gehören. Ein Praxistest des kanadischen Automobilklubs CAA zeigt allerdings, dass auch andere innere Werte zählen.

Für den „2026 CAA EV Circuit“ schickte der Automobilklub 22 Elektroautos auf eine 230 Kilometer lange Strecke durch die kanadische Provinz Ontario. Sie führte über Stadtstraßen, Landstraßen und Highways. Alle Fahrzeuge fuhren dieselbe Route und wurden laut CAA mit einheitlichen Einstellungen betrieben.

Tempolimits in Kanada

Auf kanadischen Highways sind je nach Provinz und Strecke meist 100 bis 110 Kilometer pro Stunde erlaubt, vereinzelt bis zu 120 Kilometer pro Stunde. Innerorts gelten häufig 50 Kilometer pro Stunde, auf Landstraßen meist 80 Kilometer pro Stunde. Die Verbrauchswerte lassen sich deshalb nicht vollständig mit Verbrauchsmessungen auf deutschen Autobahnen vergleichen.

Alle 22 Elektroautos erreichten das Ziel ohne Ladestopp – auch das Fahrzeug mit der geringsten angegebenen Reichweite. Im Durchschnitt benötigten die Autos für die Strecke rund 40 Prozent ihrer Akkuladung. Damit rückte eine andere Frage in den Vordergrund: Wie viel Energie benötigen die verschiedenen Elektroautos überhaupt für dieselbe Strecke?

Beim Verbrauch liegen Welten dazwischen

Die Unterschiede fallen deutlich aus. Am wenigsten Strom benötigte der Toyota bZ mit 11,43 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Dahinter folgten das Tesla Model Y mit 11,81, das Tesla Model 3 mit 11,85 und der Kia EV4 mit 11,89 Kilowattstunden.

Am anderen Ende der Tabelle stehen mehrere große und schwere Fahrzeuge. Der Lucid Gravity kam auf 28,91 Kilowattstunden pro 100 Kilometer, der GMC Hummer EV SUV auf 23,55 und der Tesla Cybertruck auf 23,41 Kilowattstunden. Damit benötigte der Lucid Gravity auf 100 Kilometern mehr als zweieinhalbmal so viel Energie wie der Toyota bZ.

CAA rechnete den durchschnittlichen Energiebedarf der getesteten Elektroautos außerdem in ein Benzinäquivalent um. Demnach benötigten sie Energie im Umfang von ungefähr zwei Litern Benzin pro 100 Kilometer. Ein durchschnittlicher kanadischer Pkw mit Verbrennungsmotor verbrauche dagegen etwa acht bis zehn Liter auf 100 Kilometer, so der Automobilklub.

Modell Verbrauch (kWh/100 km) Reichweite nach 15 Min. Laden
Toyota bZ 11,43 +99 km
Tesla Model Y 11,81 +97 km
Tesla Model 3 11,85 +123 km
Kia EV4 11,89 +104 km
Nissan Leaf 12,48 +126 km
Hyundai Ioniq 5 13,40 +136 km
Hyundai Kona Electric 13,64 +105 km
Volkswagen ID.4 14,39 +125 km
Chevrolet Equinox EV 14,47 +71 km
Mercedes-Benz CLA mit EQ Technology 15,22 +135 km
Hyundai Ioniq 9 15,52 +108 km
Lucid Air 16,25 +58 km
BMW iX3 16,59 +121 km
Ford Mustang Mach-E 16,82 +105 km
Chevrolet Silverado EV 17,23 +80 km
Polestar 4 17,60 –*
Volkswagen ID. Buzz 18,47 +118 km
Cadillac Lyriq 19,10 +131 km
Rivian R1T 19,96 +123 km
Tesla Cybertruck 23,41 +98 km
GMC Hummer EV SUV 23,55 +90 km
Lucid Gravity 28,91 +178 km

*Beim Polestar 4 traten laut CAA während des Ladetests Schwierigkeiten auf. Deshalb liegt kein vergleichbarer Wert vor.

Was 15 Minuten an der Ladesäule bringen

Nach der 230 Kilometer langen Fahrt folgte ein weiterer Test: Die Fahrzeuge wurden für 15 Minuten geladen. Im Durchschnitt stieg die im Fahrzeug angezeigte Reichweite dabei um 110 Kilometer. Fast zwei Drittel der Modelle gewannen innerhalb dieser Zeit mindestens 100 Kilometer hinzu.

Auch hier war die Spannweite groß: Der Lucid Gravity zeigte nach 15 Minuten 178 zusätzliche Kilometer an. Beim Hyundai Ioniq 5 waren es 136 Kilometer, beim Mercedes-Benz CLA mit EQ Technology 135 Kilometer.

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