Mittlerweile fingen auch mehr junge Frauen ein Studium an, sagt sie. Doch bei der Promotion drehe sich das Geschlechterverhältnis um. Dann seien die Männer in der Mehrheit – so wie später oft auch auf den Führungsetagen der Unternehmen.
Nach wie vor verdienen Frauen nach Angaben des Statistischen Bundesamts durchschnittlich weniger pro Stunde als Männer – diese arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Jobs oder in Teilzeit, um sich neben der Arbeit um die Kinder zu kümmern oder Angehörige zu pflegen.
Das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) befragt regelmäßig Menschen zwischen 40 und 65 Jahren zu ihrer Lebenssituation, unter anderem auch zur Pflege von Angehörigen. Demnach pflegen und unterstützen laut den letzten Befragungen mehr Frauen als Männer gesundheitlich eingeschränkte Menschen. Ob die Lücke möglicherweise kleiner geworden ist, soll die Erhebung 2026 zeigen.
Eine Tochter zu haben, bedeutet den Fachleuten zufolge jedoch nicht automatisch, dass diese ihre alten Eltern versorgt. „Pflege und Unterstützung durch die eigenen Kinder sind im Alter nicht selbstverständlich – unabhängig vom Geschlecht“, betonten diese. Die Erhebung 2023 habe gezeigt, dass nur 47,5 Prozent der Befragten mit pflegebedürftigen Eltern diese tatsächlich unterstützen.
Ob Kinder ihre erwachsenen Eltern später pflegen, hängt am Ende nach DZA-Angaben von vielen Faktoren ab. Studien belegten, dass die Wahrscheinlichkeit höher sei, wenn Eltern ihre Kinder vorher auch unterstützt hätten, etwa indem sie die Enkel betreuten. Auch emotionale Verbindung und Pflichtgefühle könnten eine Rolle spielen. Einen Teil dieser Faktoren könnten Eltern selbst beeinflussen – unabhängig davon, ob sie Tochter oder Sohn haben.
Kinder, die psychische Probleme haben oder die sich im Internet verlieren – das kann Eltern schwer zu schaffen machen. Wer ist dafür anfälliger: Mädchen oder Jungen? An den Smartphone-Bildschirmen hängen beide Geschlechter jedenfalls nach der sogenannten JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest in etwa gleich lange. Die Nutzung aber unterscheidet sich.
„Jungen spielen häufiger digitale Spiele und fangen damit auch früher an als Mädchen“, sagt Alexandra Langmeyer-Tornier vom Deutschen Jugendinstitut in München. „Mädchen sind dafür mehr in den sozialen Medien unterwegs oder schauen sich etwa Schmink-Videos auf Youtube an.“
Betrachtet man die psychische Gesundheit zeigen sich ihr zufolge Jungen eher auffällig in der Schule und bekommen öfter ADHS-Diagnosen. Mädchen litten dagegen mehr unter Depressionen und Angststörungen – also unter Problemen, die nach außen nicht so sichtbar seien, sagt Langmeyer-Tornier.











