Prozess in Düsseldorf
Ehefrau und Tochter getötet: 44-Jähriger muss in die Psychiatrie
26.05.2026 – 18:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein 44-Jähriger hat seine Ehefrau und seine Tochter im Wahn getötet. Das Landgericht ordnet die dauerhafte Unterbringung in einer Psychiatrie an.
Ein 44 Jahre alter Mann hat im November 2025 seine Ehefrau und die gemeinsame Tochter in der gemeinsamen Wohnung in Düsseldorf getötet. Nach dem Prozess hat der Richter nun die dauerhafte Unterbringung des Mannes in der forensischen Psychiatrie angeordnet.
Damit folgte die Strafkammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Verteidiger Lars Horst erklärte, er wolle das weitere Vorgehen mit seinem Mandanten besprechen. Er hatte zuvor die Aussetzung der Unterbringung zur Bewährung beantragt und auf Therapieerfolge hingewiesen.
Mann erschlägt Ehefrau und zwei Monate alte Tochter mit Beil
Nach den Feststellungen des Gerichts erschlug der 44-Jährige Ende November seine 31 Jahre alte Ehefrau und die zwei Monate alte Tochter mit einem Beil. Beide lagen laut Anklage im Bett der gemeinsamen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Düsseldorf. Anschließend versuchte der Mann, sich selbst zu töten. Rettungskräfte entdeckten später die Leichen der jungen Wissenschaftlerin und des Babys.
Der Vorsitzende Richter Rainer Drees sagte, der Biochemiker leide seit langer Zeit an einer psychotischen Erkrankung und stelle weiterhin eine Gefahr für andere dar. Zum Tatzeitpunkt sei der Familienvater schuldunfähig gewesen und daher nicht strafbar.
Ein Gutachter erklärte, der Mann habe sich zur Tatzeit in einem psychotischen Schub befunden. Dadurch seien sowohl seine Einsichts- als auch seine Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen. Deshalb wurde gegen den 44-Jährigen in einem sogenannten Sicherungsverfahren und nicht wegen Totschlags verhandelt.
Kein Totschlag: Mann hatte einen psychotischen Schub
Der Mann stammt aus der Slowakei und hatte seine spätere Ehefrau in China kennengelernt. Ein Jahr vor der Tat heiratete das Paar. Vier Monate vor dem Verbrechen zog die Familie in eine neue Wohnung in Düsseldorf. Die Frau war damals hochschwanger. Im September 2025 kam die gemeinsame Tochter zur Welt.
Vor Gericht sagte der Beschuldigte, er habe verordnete Medikamente abgesetzt, um seine Frau nachts mit dem Baby unterstützen zu können. Die Beruhigungsmittel hätten ihn müde gemacht. Seine Ehefrau habe von der Krankheit gewusst und ihn gedrängt, die Medikamente weiter einzunehmen. Verteidiger Horst sagte am Rande der Verhandlung, sein Mandant leide massiv unter dem Verlust seiner Frau und seiner Tochter.










