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Home » Edith Erbrich aus Frankfurt überlebte als Kind das KZ Theresienstadt
Deutschland

Edith Erbrich aus Frankfurt überlebte als Kind das KZ Theresienstadt

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 19, 2026
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Edith Erbrich in Frankfurt geehrt

Sie war erst sieben, als die Nazis sie nach Theresienstadt verschleppten


19.08.2026 – 18:47 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Edith Erbrich mit der Frankfurter Ehrenplakette: Die Kindheit der Holocaust-Überlebenden war vom Nazi-Regime geprägt. (Quelle: Salome Roessler / Stadt Frankfurt am Main)

Als Kind wurde Edith Erbrich verfolgt und ins KZ deportiert. Es dauerte Jahrzehnte, bis sie darüber sprechen konnte. Nun würdigt Frankfurt ihren Einsatz gegen das Vergessen.

Frankfurt ehrt eine Frau, deren Kindheit von Ausgrenzung, Verfolgung und Leid geprägt war: Die Holocaust-Überlebende Edith Erbrich ist am Montag im Römer mit der Ehrenplakette der Stadt ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) würdigte die 89-Jährige für ihr jahrzehntelanges Engagement für die Erinnerungskultur sowie gegen Hass und Rassismus.

Erbrich erzählt seit vielen Jahren vor allem jungen Menschen von dem, was ihr die Nationalsozialisten als Kind antaten. Dabei hatte sie selbst lange über diese Zeit geschwiegen.

Bomben-Alarm: Die kleine Edith darf nicht in den Luftschutzkeller

Edith Erbrich wurde 1937 in Frankfurt geboren. Ihr Vater war Jude, ihre Mutter katholisch. Nach der menschenverachtenden Rassenideologie der Nationalsozialisten galten Edith und ihre ältere Schwester als sogenannte „Mischlinge ersten Grades“.

Die Folgen bestimmten schon früh ihren Alltag. Die beiden Mädchen durften nicht zur Schule gehen. Wenn während des Krieges die Sirenen heulten und die Menschen Schutz vor Bombenangriffen suchten, blieb ihnen selbst der Zutritt in den Luftschutzkeller verwehrt. Gleichzeitig setzten die Nationalsozialisten ihre Mutter massiv unter Druck, sich von ihrem jüdischen Ehemann zu trennen.

Im Februar 1945, nur wenige Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, folgte schließlich die Deportation. Edith Erbrich war erst sieben Jahre alt, als sie gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Vater von Frankfurt in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt wurde. Ihre Mutter musste in Frankfurt zurückbleiben.

Wie durch ein Wunder überlebte die ganze Familie. Am 8. Mai 1945 wurde Erbrich in Theresienstadt von sowjetischen Soldaten befreit.

KZ-Befreite kehren nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 zu ihren Familien zurück (Archivbild): Auch Edith Erbrich überlebte ihren Aufenthalt im KZ Theresienstadt.Vergrößern des Bildes
KZ-Befreite kehren nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 zu ihren Familien zurück (Archivbild): Auch Edith Erbrich überlebte ihren Aufenthalt im KZ Theresienstadt. (Quelle: imago stock&people/imago)

Jahrzehntelang schwieg sie über ihre Erlebnisse

Nach dem Krieg kehrte Erbrich in ihre Heimatstadt zurück, ging dort zur Schule und absolvierte eine Ausbildung bei der „Frankfurter Rundschau“. Später arbeitete sie bei den Frankfurter Stadtwerken.

Über ihre Erlebnisse während der NS-Zeit sprach sie lange kaum. Erst im Ruhestand begann sie, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen. Begegnungen mit anderen Holocaust-Überlebenden während ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Jüdischen Krankenhaus Frankfurt hätten sie darin bestärkt, sagt sie.

Seit 1997 tritt Erbrich als Zeitzeugin auf. Sie besucht Schulen, Jugendzentren und Universitäten, spricht bei Veranstaltungen und begleitet Bildungsprojekte. Gemeinsam mit dem Studienkreis Deutscher Widerstand 1933 bis 1945 engagierte sie sich unter anderem für die Wanderausstellung „Kinder im KZ Theresienstadt“. 2014 veröffentlichte sie ihre Erinnerungen unter dem Titel „Ich hab das Lachen nicht verlernt“.

Auch in Frankfurt setzte sich Erbrich für Gedenktafeln ein, die an die Deportationen erinnern – unter anderem am früheren Standort der Großmarkthalle, von dem aus während der NS-Zeit Tausende Frankfurter Juden verschleppt wurden.

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