Baustart am Hbf frühestens 2031

Düsseldorfs hässlichster Eingang soll schöner werden – doch der Umbau wird teuer


09.07.2026 – 17:15 UhrLesedauer: 2 Min.

Passanten am Konrad-Adenauer-Platz (Archivbild): Der geplante Umbau des Vorplatzes wird teurer als erwartet. (Quelle: Ralph Peters via www.imago-images.de/imago)

Mehr Grün, mehr Barrierefreiheit, weniger Autoverkehr: Die Stadt plant den großen Umbau am Hauptbahnhof. Schon die Vorplanung ist millionenschwer, am Ende drohen weitere Kostensteigerungen.

Der Düsseldorfer Hauptbahnhofsvorplatz soll grundlegend umgestaltet werden. Jetzt nimmt das millionenschwere Projekt die nächste politische Hürde: Der Rat der Stadt soll am 16. Juli über den sogenannten Bedarfsbeschluss zur Neugestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes entscheiden. Zuvor hatte sich unter anderem der Ordnungs- und Verkehrsausschuss mit dem Vorhaben befasst und die Vorlage passieren lassen.

Geplant ist ein deutlich übersichtlicherer, barrierefreier und grünerer Platz vor dem Hauptbahnhof. Die Stadt begründet das Vorhaben mit der zentralen Bedeutung des Konrad-Adenauer-Platzes als einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Düsseldorfs – und mit Defiziten bei Funktionalität, Orientierung, Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität. Ziel sei es, den Platz nicht nur als Mobilitätsstandort, sondern auch als Aufenthaltsraum aufzuwerten.

Teuer wird das Vorhaben allerdings schon in der Planung: Die vorläufigen Gesamtkosten liegen laut Beschlussvorlage bei rund 86,42 Millionen Euro brutto. Abweichungen von bis zu 30 Prozent seien bis zur finalen Kostenfeststellung möglich, heißt es in der Vorlage.

30 Stellplätze, 13 Taxiplätze

Ein zentraler Punkt der Planung ist die Neuordnung des Verkehrs. Die oberirdischen Kurzzeitparkplätze sollen deutlich reduziert und vom südlichen Teil des Platzes in den Norden verlegt werden. Vorgesehen sind 30 bewirtschaftete Stellplätze, darunter zwei Behindertenparkplätze, außerdem drei On-Demand-Parkstände, vier Carsharing-Plätze und 13 Taxiplätze. Weitere zwölf Taxi-Warteplätze sollen am Fernbusbahnhof entstehen. Die Stadt verspricht sich davon mehr Platz für Fußgänger, Radfahrer, den ÖPNV und Aufenthaltsflächen.

Auch für Fahrgäste von Rheinbahn und Bus soll sich der Platz verändern. Die Haltestellen am Hauptbahnhof sollen barrierefrei ausgebaut werden. Straßenbahnsteige sind mit einer nutzbaren Länge von 80 Metern geplant, sodass zwei Bahnen hintereinander halten können. Bussteige sollen 60 Meter lang werden. Durch die neue Anordnung der Haltestellen sollen Bahnen künftig erst nach dem Fahrgastwechsel langsam über die zentrale Querung fahren – das soll die Sicherheit für Fußgänger verbessern.

120 Fahrradplätze am Bahnhof

Auf dem Konrad-Adenauer-Platz sind zudem 120 Fahrradstellplätze, 100 Abstellanlagen für Stadträder und 100 E-Scooter-Abstellmöglichkeiten geplant. Zusätzlich soll im geplanten Hansahaus am Konrad-Adenauer-Platz eine große Fahrradgarage mit 1.900 Stellplätzen entstehen.

Ganz ohne Eingriffe in den Baumbestand kommt der Umbau nicht aus. Laut Vorlage müssen im Plangebiet insgesamt 46 Bäume entfallen, darunter Platanen, Linden und weitere Bäume in angrenzenden Bereichen. Demgegenüber sollen 67 neue Bäume gepflanzt werden – unter anderem Gleditschien, Schnurbäume und Ersatzbäume in der Worringer Straße.

Parallel zur Platzplanung laufen weitere Vorhaben im Bahnhofsumfeld. Die Deutsche Bahn plant eine grundlegende Erneuerung des Empfangsgebäudes sowie ein Hochhaus mit Tiefgarage und Ladehof. Bis zum Baubeginn wird es aber noch dauern. Nach aktuellem Terminplan strebt die Stadt einen Start des Baus frühestens Ende 2031 an.

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