Nahverkehr in Hamburg
Keine Einigung bei Hochbahn und Verdi: Neue Streiks?
09.03.2026 – 19:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Auch die fünfte Runde im Tarifstreit zwischen Verdi und der Hamburger Hochbahn endet ohne Ergebnis. Droht bald ein neuer Streik bei Bus und Bahn?
Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Hamburger Hochbahn sind erneut gescheitert. Auch in der fünften Runde am Montag fanden beide Seiten keine Einigung auf einen neuen Mantel- und Entgelttarifvertrag. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 23. März geplant.
Verdi hatte zuletzt ein abgesenktes Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft habe 3,4 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 150 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert. Zuvor hatte sie 7,5 Prozent mehr Gehalt gefordert. Die Hochbahn lehnte den Vorschlag ab.
Das Unternehmen legte stattdessen ein eigenes Angebot mit längerer Laufzeit vor. Die Hochbahn bot demnach ein Gehaltsplus von bis zu 8,1 Prozent über zunächst 36 Monate an. Die erste Erhöhung von 2,1 Prozent, mindestens aber 90 Euro, sollte ab Januar 2026 gelten. Weitere Schritte wären für Juli 2027 und Mai 2028 geplant gewesen. Während der Verhandlungen habe das Unternehmen außerdem angeboten, die Laufzeit auf 30 Monate bis Juni 2028 zu verkürzen.
Die Hochbahn sieht ihr Angebot als weitgehend ausgereizt an. Personalvorständin und Verhandlungsführerin Saskia Heidenberger sagte, das Unternehmen habe sein Angebot noch einmal verbessert und sei der Gewerkschaft bei der Laufzeit entgegengekommen. Eine Laufzeit von nur zwölf Monaten sei aus Sicht der Hochbahn jedoch nicht akzeptabel. Sonst müsse bereits Anfang 2027 wieder verhandelt werden – mit möglichen neuen Streiks.
Verdi kritisiert dagegen vor allem die lange Laufzeit. Gewerkschaftssekretär Gabriel Arndt erklärte, in einer unsicheren wirtschaftlichen Lage seien so lange Tarifverträge nicht akzeptabel. Die Beschäftigten dürften das Risiko steigender Preise nicht allein tragen.
Außerdem wirft die Gewerkschaft der Hochbahn vor, frühere Tariferfolge in das aktuelle Angebot einzurechnen. Das Unternehmen habe eine bereits vereinbarte Arbeitszeitverkürzung als Teil einer Entgelterhöhung dargestellt, sagte Arndt. Das sei „unredlich und dreist“.
Die Hochbahn verweist dagegen auf Verbesserungen aus den vergangenen Jahren. Nach Angaben des Unternehmens sind die Entgelte im Fahrdienst seit 2023 je nach Erfahrungsstufe um 17 bis 19 Prozent gestiegen. Seit Anfang 2026 haben Beschäftigte zudem Anspruch auf 31 Urlaubstage, der 24. und 31. Dezember sind arbeitsfrei.
Verdi will nun über das weitere Vorgehen beraten. Ob es vor der nächsten Verhandlungsrunde erneut zu Warnstreiks im Hamburger Nahverkehr kommt, ist noch offen.











